Aarauer Demokratietage 2017 "Journalisten müssen sich in Social-Media-Debatten einbringen"




Podium und Publikum der Aarauer Demokratietage 2017: Iwan Rickenbacher, Susanne Wille, Gesprächsleiterin Pascale Bruderer, Peter Wanner und Roger Schawinski (von links).

Podium und Publikum der Aarauer Demokratietage 2017: Iwan Rickenbacher, Susanne Wille, Gesprächsleiterin Pascale Bruderer, Peter Wanner und Roger Schawinski (von links).

(ZDA)

Facebook, Google, Gratismail-Anbieter, Fake News, Shitstorms, Filterblasen, Krise der traditionellen Printmedien: Können in Zeiten der Digitalisierung die Medien ihre Funktion in der direkten Demokratie überhaupt noch wahrnehmen? Ein hochkarätiges Quartett debattierte darüber an den 9. Aarauer Demokratietagen. Die besten Zitate und Tweets zum Event.

Über die Rolle der Medien in der direkten Demokratie lieferten sich diese Vier ein engagiert-hochstehendes, teil hartes, aber stets faires Redegefecht: Susanne Wille, preisgekrönte Politikjournalistin beim Schweizer Fernsehen SRF, der Medienunternehmer und –pionier Roger Schawinski, Peter Wanner, Chef des Verlags AZ Medien sowie Iwan Rickenbacher, Kommunikationsexperte und Ex-Politiker.

Den Auftakt machte aber zuerst die deutsche Kommunikationswissenschaftlerin Katharina Kleinen-von Königslöw. Die Professorin an der Universität Hamburg präsentierte die neuesten Forschungsergebnisse über den rasanten Wandel in der Medienlandschaft und in der Mediennutzung angesichts der Digitalisierung.

#DearDemocracy hat die Debatte im Livestream auf Facebook übertragen. Wer diesen verpasst hat, kann ihn hier anschauen, in voller Länge: 

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Die Digitalisierung brachte mehr Vielfalt, Souveränität und Geschwindigkeit in das Medienangebot. Aber immer mehr "Disconnected Citizens" nutzen das grössere Angebot und die grösseren Freiheiten dazu, sich politisch schlicht nicht mehr zu informieren."

Katharina Kleinen-von Königslöw, Professorin Universität Hamburg

Mein Berufsbild hat sich mit den sozialen Medien enorm verändert. Nach der Ausstrahlung meines Beitrags gehen auf Social Media die Debatten erst recht los. Es wird kritisiert und gelobt und unter den Zuschauern diskutiert. Es ist die Aufgabe der Journalisten, dass sie sich auch in diese Debatten auf Social Media einbringen.

Susanne Wille, Politikjournalistin Schweizer Fernsehen SRF

Was sich entscheidend verändert hat: Journalisten sind angreifbarer und verwundbarer geworden! Heute erhalte ich nach der Sendung ungefilterte Kritik. Die Stimmbürger sagen direkt, was sie gut oder daneben gefunden haben.

Susanne Wille

Unter den Online-Usern, die sich nur digital informieren, haben Facebook und 20Minuten das Schweizer Fernsehen SRF als Integrationsmedium abgelöst.

Katharina Kleinen-von Königslöw

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Die Motive, den Beruf des Journalisten auszuüben, sind immer noch die klassischen: Aufklären, hinter die Dinge zu sehen, Macht zu hinterfragen, Transparenz herzustellen. Und Menschen zu unterhalten.

Iwan Rickenbacher, Kommunikationsexperte und Ex-Politiker

Ein Live-Gespräch 1:1 ungeschnitten und in Echtzeit übertragen gibt es nicht überall. Solche Formen müssen wir vertiefen. Denn es sind Momente, wo man den Usern zeigt, dass sie in Echtzeit dabei sein können und nichts manipuliert ist.

Susanne Wille

Es ist grässlich, was heute in Kommentarspalten passiert. Hier stehen die Medien in der Verantwortung, dass es Einschränkungen geben muss. Viele seriöse Medien tun dies, aber die Verantwortung wird noch viel zu wenig wahrgenommen.

Roger Schawinski, Medienunternehmer und –pionier

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Die grösste Verantwortung hat Facebook, wo sogar Kriminalität ermöglicht wird. Sie müssten viel stärker einschreiten: Nicht zensieren, sondern mehr kuratieren. 

Peter Wanner, Chef Verlag AZ Medien

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Demokratie funktioniert, wenn diverse Meinungen gehört werden. Mit Social Media höre ich die Meinungen besser und wir Journalisten sind näher bei den Stimmbürgern.

Susanne Wille

Es ist eine journalistische Kunst, Klicks zu generieren! Auch im Internet kann die Geschichte seriös sein, aber sie muss gut verkauft werden. Gute Titel und Storytelling sind eine hohe Schule, die viele noch nicht beherrschen.

Peter Wanner

Heute kann niemand mehr an den Interessen des Publikums vorbei produzieren, weil niemand mehr die Deutungshoheit und die Macht in seinem Verteilgebiet hat. Das fördert die Qualität.

Iwan Rickenbacher

Die Debatte um Fake News zeigt uns, dass wir Journalisten in der Vergangenheit zu wenig transparent gewesen sind. Hier besteht grosses Potenzial. Wir müssen vermehrt erklären, was und warum wir etwas tun.

Susanne Wille

Herstellung von Transparenz bleibt die Kernfunktion der Medien. Insbesondere in einer direkten Demokratie, denn diese ist besonders anspruchsvoll.

Katharina Kleinen-von Königslöw

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Aarauer Demokratietage 2017

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der 9. Aarauer Demokratietage des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA) vom 16./17. März. Das Thema: "Die Rolle der Medien in der direkten Demokratie"externer Link.

Donnerstag, 16. März, 17.30 bis 19.30:

Eröffnungsreferat "Direkte Demokratie in Zeiten individualisierter Meinungsnutzung" von Katharina Kleinen-von Königslöw, Professorin an der Universität Hamburg, 

Podiumsdiskussion mit:

Susanne Wille (Politjournalistin und Moderatorin Schweizer Fernsehen SRF), Roger Schawinski (Journalist und Medienunternehmer/–pionier), Peter Wanner (Verleger AZ Medien) und Iwan Rickenbacher (Kommunikationsberater).

Freitag, 17. März (9.15-15.30):

Forschungstagung mit drei Panels zu den Themen "Medien im Abstimmungskampf", "Rechtliche Rahmenbedingungen der digitalisierten Medienlandschaft" und "Politische Bildung im Zeitalter von Internet und Social Media".

#DearDemocracy, die Demokratie-Plattform von swissinfo.ch, ist Medienpartner der Veranstaltung. Wir übertrugen die Donnerstags-Debatte im Livestream.


Was ist Ihrer Meinung nach die Rolle der Medien in der Demokratie? Schreiben Sie uns in den Kommentaren!


Kontaktieren Sie den Autor auf Twitter: @RenatKuenziexterner Link


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