Your browser is out of date. It has known security flaws and may not display all features of this websites. Learn how to update your browser[Schliessen]

Flüchtlingspolitik


Auf Grenzkontrolle im Nachtzug von Italien nach Frankreich



Von Karin Britsch, SRF, Brig




Grenzwächter warten in Buchs in der Ostschweiz vor ihrem Einsatz: Sie kontrollieren einen Zug nach Transit-Flüchtlingen ohne gültige Papiere. (Keystone)

Grenzwächter warten in Buchs in der Ostschweiz vor ihrem Einsatz: Sie kontrollieren einen Zug nach Transit-Flüchtlingen ohne gültige Papiere.


(Keystone)

Stichprobenmässig kontrolliert die Schweizer Grenzwache nachts in Brig Züge, die von Italien nach Frankreich fahren. Passagiere, die keine gültigen Papiere haben und nicht in der Schweiz Asyl beantragen wollen, müssen zurück nach Italien. Unsere Reporterin war bei der nächtlichen Kontrolle eines Zuges dabei.

Morgens um Viertel vor zwei hält der Nachtzug aus Venedig mit Ziel Paris in Brig im Kanton Wallis. Die Grenzwächter kontrollieren alle Passagiere und teilweise auch ihr Gepäck. Mit den nächtlichen Zugkontrollen soll verhindert werden, dass die Schweiz zum Transitland für Migrantinnen und Migranten wird.

Fast zwei Dutzend Grenzwächter sind an dieser Stichproben-Kontrolle beteiligt. Ausgerüstet mit Pistole, Abwehrstock und Pfefferspray kontrollieren sie alle Abteile, Schlafwagen und Toiletten des Zuges. Viele Passagiere werden bei diesen Kontrollen aus dem Schlaf gerissen.

Nach rund einer Stunde kann der Zug seine Fahrt fortsetzen. Mit fast allen Passagieren, die vorher dabei waren.

Fünf Männer, zwei Frauen und drei Kinder müssen auf den Grenzwachtposten, weil ihre Papiere nicht korrekt sind, ihre Aufenthaltsbewilligungen abgelaufen sind oder weil sie kein Visum haben. Sie alle werden genau überprüft und durchsucht, auch ihr Gepäck wird kontrolliert. Die Abklärungen zeigen: Alle kontrollierten Personen müssen zurück nach Italien, wo sie den Behörden übergeben werden.

Nur wenige wollen in der Schweiz bleiben

Einen Asylantrag stellt in dieser Nacht niemand. Auch sonst sind solche Anträge eher selten: So wurden im August in den Kantonen Wallis, Waadt und Freiburg 555 Personen angehalten. Von ihnen stellten aber nur 21 Personen ein Asylgesuch in der Schweiz.

Für die Grenzwächter endet um 9 Uhr morgens eine lange Nacht, sie können ins Bett. Für die Migranten geht die Reise weiter.


Soll die Schweiz Transitflüchtlinge, welche die Schweiz auf ihrem Weg in ein anderes europäisches Land durchreisen, ungehindert passieren lassen? Schreiben Sie uns in den Kommentaren!


Regionaljournal SRF vom 31. August 2016.

×