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Politik für Jugendliche von Jugendlichen





youvek.ch: Erste Schritte in die Politik. (swissinfo.ch)

youvek.ch: Erste Schritte in die Politik.

(swissinfo.ch)

Interessiert sich die Jugend überhaupt für Politik? Ein von Medienminister Moritz Leuenberger initiiertes Internetprojekt wird nach einem vielversprechenden Start von den Jugendlichen nur noch mässig genutzt.

"Wir wollten die Jugendlichen ansprechen, denn wir sind der Meinung, dass sie etwas in der Politik bewirken können", erklärt die 16-jährige Basler Gymnasiastin Fanny Gassmann ihr Engagement für die Gestaltung der Internetseite youvek.ch gegenüber swissinfo.ch

Fanny Gassmann begann sich ernsthaft mit Politik zu beschäftigen, als sie zusammen mit einer Gruppe anderer Basler Jugendlicher beim Internet-Projekt Youvek mitmachte.

Initiiert hatte das Projekt der Chef des Departements für Umwelt-, Verkehr-, Energie- und Kommunikation (Uvek). "Bundesrat Leuenberger wollte ein Experiment machen. Ein Kommunikationsexperiment, wie sein Blog auch. Vor allem suchte er den Kontakt mit Jugendlichen", erinnert sich Barbara Ferrari vom Uvek an die Anfangsphase des Projekts.

Und tatsächlich, innert eines knappen halben Jahres hoben die jungen Leute eine Webseite, die sich mit Politik beschäftigt, aus der Taufe.

Fanny Gassmann denkt gerne zurück an die Zeit, als man Themen suchte, fand und bearbeitete. An das Treffen mit Bundesrat Leuenberger, das natürlich auf der Webseite betrachtet werden kann.

Auf den fulminanten Start…

"Wir haben so unglaublich viel Arbeit investiert. Zuerst arbeiteten wir an den Themen und der Webseite, dann trafen wir Bundesrat Leuenberger, hatten die Präsentation in der Schule und im Mai fand die Pressekonferenz statt, die für uns ein riesiges Erlebnis war", schwärmt die Gymnasiastin.

In der Folge war der Andrang auf youvek.ch gross. Viele Jugendliche zeigten Interesse an den Themen und boten ihre Mitarbeit an. Die Basler Seitenmacher hofften, dass aus ihrer Arbeit ein Forum entstehen würde, in dem Leute ihre Meinungen austauschen könnten. Sie sollten damit auch argumentieren lernen.

… folgte die Ernüchterung

Ein halbes Jahr später war davon jedoch nicht mehr viel zu spüren. Wie oft die Seite tatsächlich aufgesucht wird, lässt sich offenbar nicht exakt ermitteln. Dass das Interesse für die Seite merklich zurückgegangen ist, ist bei den Feedbacks, den Leserreaktionen ersichtlich.

So macht auf der Webseite in der Kommentarspalte unter dem Konterfei von Bundesrat Moritz Leuenberger oft ein Unbekannter Werbung für Viagra. Hartnäckig. Barbara Ferrari macht sich immer wieder mal dran, die Website von dem unerwünschten Spam zu befreien. Und eigentlich sollte das auch nicht passieren, denn Kommentare müssen von den Administratoren der Webseite genehmigt werden. Hier hat ein findiger Kopf offenbar einen Schleichweg gefunden.

"Ich denke nicht, dass das ein zehnjähriges Kind geschrieben hat. Ich finde es sehr unangebracht, solche Kommentare - seien sie von Erwachsenen oder Jugendlichen - auf einer Seite zu hinterlassen", sagt Fanny Gassmann enttäuscht.

Wertvolle Gruppenerfahrungen

Auch wenn ein nachhaltiges Echo auf youvek.ch ausgeblieben ist, möchte Fanny Gassmann die dafür aufgewendete Zeit nicht missen: "Wir waren sehr frei. Dies hat uns auch überrascht, weil wir in der Schule normalerweise unsere Ideen nach bestimmten Regeln ausführen müssen und im Hintergrund immer eine Note droht."

Trotzdem konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Stärken unter Beweis stellen. "Wir konnten auch entscheiden, wie die Webseite aussehen sollte, über was wir berichten wollten. Einzige Vorgabe: Unsere Arbeit musste etwas mit dem Uvek zu tun haben."

Persönliche Weiterbildung

Fanny Gassmann hat beim Thema Klima mitgearbeitet. "Ich habe einen Klimabericht verfasst, in dem steht, wie es in der Schweiz im Jahr 2050 aussehen könnte." Fachlich unterstützt wurden die Gymnasiasten von Spezialisten aus dem Departement.

Erschüttert bei ihrer Arbeit hat sie, "dass wir dann wahrscheinlich keine Gletscher mehr haben werden." Die Hitze werde auch für die Bauern eine Herausforderung bedeuten. Zwar werde es 2050 in der Schweiz wärmer sein, aber es werde unser Land weit weniger schwer treffen als etwa Länder in Afrika, die wahrscheinlich gar nichts mehr anbauen können werden.

"Es liegt es in unserer Verantwortung, nicht nur an das Schicksal der Schweiz zu denken."

Politik ist nicht nur Parteipolitik

Wenn man jung sei, habe man viele Probleme, in der Schule, der Familie, aber auch "allgemein das Teenagerleben", sagt Fanny Gassmann. Man kümmere sich dann halt oft mehr um diese Probleme als um Politik.

"Aber man muss nicht unbedingt in einem Jugendparlament mitmachen oder bei einer Partei sein. Es reicht auch schon bei Vereinen mitzumachen und etwas selbst in die Hand nehmen. Etwas für die Bevölkerung tun, womit man auch selbst zufrieden ist. Und das denke ich, ist Politik."

Etienne Strebel, swissinfo.ch

Das Projekt

youvek.ch wurde von einem Projektteam des Gymnasiums Bäumlihof in einem klassenübergreifenden Projekt in Zusammenarbeit mit dem Presse- und Informationsdienst des UVEK gestaltet.

Die Schülerinnen und Schüler konnten sich ein halbes Jahr mit dem Thema beschäftigen und präsentierten ihr Projekt anschliessend der Öffentlichkeit, der Schule, Verwandten.

2009 beschloss die Gruppe die Gruppe das Projekt Uvek-Schülerwebseite.

Die Jugendlichen erhielten fachliche Hilfe von Bunddesrat Moritz Leuenbergers Departement, erhielten Einblicke nicht nur in die Politik sondern auch in Themen wie Projekt-Management, Interaktivität.

Sie verbrachten auch einen Tag in Bern, trafen Moritz Leueenberger persönlich.

Die Existenzberechtigung ihrer Webseite definieren sie so: "Wir sind alles Jugendliche, welche nicht viel von Politik verstehen und auch nicht schlauer wurden nach dem Durchforsten unzähliger Webseiten zum Thema Politik. Und nun möchten wir euch die Themen die uns interessieren auf dieser Seite näher bringen oder Begriffe erklären."



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