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Timothy Forman (17), Tschechische Republik


"Andere Länder sollten die Schweiz zum Vorbild nehmen"



Von swissinfo.ch




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In seiner Freizeit kümmert sich Timothy Forman um sozial Benachteiligte und treibt Sport.  (zvg)

In seiner Freizeit kümmert sich Timothy Forman um sozial Benachteiligte und treibt Sport. 

(zvg)

Es sei sehr schwierig, junge Menschen in Tschechien für Politik zu interessieren, sagt Timothy Forman. Ändern könnte dies das E-Voting. Aber die Online-Abstimmung sei noch Zukunftsmusik.

Der 17-jährige Mittelschüler aus Prag ist eine Stimme im neuen und digitalen Jugendparlament der Auslandschweizer. In einer Serie stellen wir 11 leitende Mitglieder vor. 

swissinfo.ch: Was wollen Sie als Mitglied des neuen Jugendparlaments der Fünften Schweiz erreichen – erstens in der Schweiz, zweitens in Ihrem Land?

Timothy Foreman: Als aktives Mitglied des Jugendparlamentes der Auslandschweizer (YPSA) möchte ich viele Dinge erreichen. Natürlich aber, dass die Stimme der jungen Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland leben, gehört wird.

Für sie möchte ich zudem in meinem Wohnland interessante Aktivitäten ins Leben rufen, an denen sie teilnehmen können. So können sie auch andere junge Auslandschweizer aus demselben Gastland treffen.

swissinfo.ch: Wie sieht es punkto direkte Demokratie in Ihrem Gastland aus? Gibt es Instrumente, die Ihnen besonders gefallen? Und auch solche, die Sie vermissen?

T.F.: In meinen Augen verfügt die tschechische Republik nicht über die beste Form von Demokratie. Wir haben zwar Abstimmungsverfahren. Aber nicht alle neuen Gesetze werden dem Volk vorgelegt. Hier haben die Bürger weniger zu sagen als in der Schweiz, wo  sie über Vorlagen abstimmen können.

Ein anderes Problem besteht darin, dass hier die Jungen nicht abstimmen, wenn sie sich dafür irgendwohin bewegen müssen. Sie würden zwar online abstimmen, aber die Regierung hat dazu noch kein grünes Licht gegeben.

swissinfo.ch: In den meisten Ländern gehen die Jungen weniger wählen und abstimmen als die anderen Altersgruppen. Ist nicht gerade die direkte Demokratie das Mittel für die Jungen, um ihre Bedürfnisse und Vorstellungen politisch einzubringen?

T.F.: Direkte Demokratie ist in der Tat das beste Instrument, damit die Jungen mit ihren politischen Vorstellungen Gehör finden können. Aber in der Tschechischen Republik scheinen die jungen Menschen wie gesagt ziemlich bequem zu sein, deshalb auch das Interesse für E-Voting. Aber diese Möglichkeit besteht noch nicht.

swissinfo.ch: Seit den Anschlägen in Paris ist Europa im Banne des IS-Terrors. Ist der Kampf gegen die islamistischen Extremisten, der die Einschränkung individueller Freiheiten bedeutet, eine Gefahr für die Demokratien?

T.F.: Ich halte den Kampf gegen islamistische Extremisten für eine mögliche Gefahr für Demokratien, denn diese sollten grundsätzlich alle Menschen in die Entscheidungsprozesse einbinden.

Werden individuelle Freiheiten eingeschränkt, ist die Demokratie bedroht, weil sie nicht mehr den wahren demokratischen Prinzipien folgt, nämlich alle Stimmen einzubeziehen. 

Neue Plattform für junge Auslandschweizer

Das Jugendparlament der Auslandschweizer ist selbst noch blutjung, besteht es doch erst seit wenigen Monaten. Tagungsort der rund 350 Mitglieder, die über alle Kontinente verstreut sind, ist das Internet, findet doch der Austausch über soziale Medien statt.

swissinfo.ch hat 11 junge Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die dem Leitungsgremium des neuen Jugendparlamentes angehören, zur direkten Demokratie in ihrem Wohnland und jener in der Schweiz befragt.tizenship in their countries of residence and in Switzerland.

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