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500 Jahre Schweizergarde: Jubiläums-Schluss

Einer der 33 neuen, im letzten Mai im Vatikan vereidigten Gardisten.

(Keystone)

Die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der Schweizergarde sind am Sonntag im Tessin mit einer Parade zu Ende gegangen.

Sie hatten am 24. September 2005 in Luzern begonnen und erreichten am 6. Mai in Rom mit der Vereidigung von 33 neuen Gardisten ihren Höhepunkt.

In Bissone am Luganersee fanden ein Umzug, eine Messe und ein Konzert statt. Über 1000 Zuschauer verfolgten das Geschehen.

Das malerische Städtchen war mit Bedacht für den Schlusspunkt des Jubiläums ausgewählt worden. Schliesslich stammen aus jener Region Künstler wie Carlo Maderno, Domenico Fontana oder Francesco Borromini, die in Rom sakrale Bauten errichtet haben, die heute noch bewundert werden.

Enge Bande zwischen Tessin und Rom

Der Tessiner Regierungspräsident Luigi Pedrazzini (CVP) und Bischof Pier Giacomo Grampa, der die Messe zelebrierte, verwiesen in ihren Ansprachen denn auch auf die engen Bande zwischen dem Tessin und der Ewigen Stadt.

Bereits im April hatten die Schweizergardisten den Südkanton beehrt. Von Bellinzona aus machten sich rund 150 ehemalige Gardisten auf den 720 Kilometer langen Weg in den Vatikan.

30'000 Zuschauer bei Vereidigung

Am Höhepunkt des Jubiläums im Mai wohnten auf dem Petersplatz knapp 30'000 Zuschauerinnen und Zuschauer der Vereidigung neuer Gardisten bei.

Die neu vereidigten Soldaten halten eine Tradition am Leben, die am 21. Januar 1506 begonnen hat. An jenem Tag erreichten rund 150 eidgenössische "Gwardiknechte" die Mauern der Ewigen Stadt, nachdem sie dem Hilferuf des Papstes gefolgt waren.

Am Tag darauf stellten sie sich ihrem neuen Arbeitgeber vor, dem Renaissance-Fürsten und Papst Julius II. della Rovere. Dieser brauchte die Schweizer für seine persönliche Sicherheit.

Der 22. Januar 1506 gilt deshalb als Gründungsdatum der Schweizergarde.

Schon 1527, am 6. Mai, wurde es bitter ernst: Während des "Sacco di Roma" wurden rund 147 Gardisten während einer Auseinandersetzung mit 20'000 deutschen Landsknechten getötet.

Sie vermochten damit das Leben des Papstes Clemens VII. zu retten. Vor allem aus diesem Grund und aus Dankbarkeit haben alle folgenden Päpste die Dienste der Schweizer Gardisten weiterhin benutzt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Mit einem Bestand von 110 Männern gilt die päpstliche Schweizer Garde als kleinste und gleichzeitig älteste Armee der Welt.
Aufnahme-Bedingungen: Schweizer, männlich, zwischen 19 und 30 Jahre alt, mindestens 174 cm gross, römisch-katholischen Glaubens, die bereits die Rekrutenschule in der Schweiz absolviert haben und im Besitz eines Lehrabschluss- oder Maturitäts-Zeugnisses sind.
Mindest-Dienstzeit: 2 Jahre.
Monatslohn: 1800 Franken, steuerfrei, Unterkunft inbegriffen.

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