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Die Zeitungsboxen leeren sich rasch. Aber die Nutzung des digitalen Angebots von Zeitungen erfreut sich gegenüber den gedruckten Zeitungen steigender Beliebtheit, wie eine Studie der WEMF AG für Werbemedienforschung für das erste Halbjahr 2016 zeigt. (Archivbild)

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

(sda-ats)

Die Medienmarke "20 Minuten", die in allen drei Schweizer Landesteilen präsent ist, erreicht mit ihrer Pendlerzeitung und ihren Internet-Angeboten mit Abstand am meisten Leser. Den "Blick" lesen bereits mehr Personen digital als auf Papier.

"20 Minuten" auf Papier wird von 2 Millionen Personen in einer der drei Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch gelesen. Auf die digitalen Angebote, die über Internet-Portale und Apps auf mobilen Geräten verbreitet werden, entfallen 1,3 Millionen Leser.

Rund eine halbe Million sind Doppelnutzer, also Personen, die sowohl die Print-Ausgabe der Pendlerzeitung als auch das digitale Angebot nutzen, wie die WEMF AG für Werbemedienforschung in ihrer Studie über die Total Audience im ersten Halbjahr 2016 schreibt.

"Blick" glänzt digital

Die Tageszeitung "Blick", die ausschliesslich in deutscher Sprache erscheint, hat mittlerweile mehr Leser im Netz als im Print. Bereits 714'000 Personen nutzen den Blick online, während 617'000 Personen die Zeitung auf Papier lesen.

Der "Tages-Anzeiger" hat im Schnitt rund doppelt so viele Leser der Papier-Ausgabe wie der digitalen Angebote. Die Zeitung lesen 474'000 Personen, während sich 242'000 Personen über das Nachrichtenportal des "Tages-Anzeigers" informieren. Die NZZ lesen 263'000 Personen auf Papier und 158'000 Personen digital.

Regional wenig digital

Bei einer Analyse der Zahlen zur Reichweite der Medien-Marken zeigt sich ferner, dass die klassischen Regionalzeitungen im digitalen Markt noch hinterher hinken. So hat etwa die Print-Gesamtausgabe der "Neuen Luzerner Zeitung" 303'000 Leser, während es digital nur 40'000 sind. Bei der Gesamtausgabe der az Nordwestschweiz lautet das Verhältnis 373'000 zu 68'000.

Diese Diskrepanz gilt analog für die Gesamtausgabe des "St. Galler Tagblatts" sowie für jene der "Berner Zeitung" und des "Bunds". Etwas grösser ist die digitale Leserschaft bei der "Basler Zeitung" im Verhältnis zur Print-Ausgabe.

Sonntags im Netz

Eine sehr hohe Zahl von Nutzern der digitalen Ausgabe hat der "SonntagsBlick" mit knapp 1,3 Millionen Lesern, wobei Blick Online hier das digitale Angebot stellt. Auf Papier lesen knapp 650'000 Personen den "SonntagsBlick". Die "NZZ am Sonntag" lesen knapp 500'000 Personen digital gegenüber 413'000 Leser der Print-Ausgabe.

Die "SonntagsZeitung" fällt auf den ersten Blick ab mit nur 13'000 Lesern des digitalen Angebotes gegenüber 616'000 Print-Lesern. Hier ist jedoch zu beachten, dass beim "SonntagsBlick" und der NZZ die digitalen Marken Blick Online und nzz.ch den Ausschlag geben, die bereits in der Woche vom Publikum digital genutzt werden.

Auffallend ist ferner, dass die Coop Presse und die Migros-Magazine praktisch ausschliesslich auf Papier gelesen werden. Bei je mehr als 3 Millionen Lesern der gedruckten Ausgabe haben beide Publikationen nur knapp 100'000 Leser bei der digitalen Ausgabe.

Westschweiz hat Nachholbedarf

In der Romandie ist "20 Minutes" das Flaggschiff. Die Print-Ausgabe kommt auf 542'000 regelmässige Leser, während 271'000 Personen täglich die digitale Ausgabe nutzen. Mit grossem Abstand folgt die Wochenausgabe des "Le Matin" mit 117'000 Web-Nutzern gegenüber 275'000 Lesern der gedruckten Tageszeitung. "24 Heures" hinkt mit einer Relation von 64'000 zu 175'000 noch weiter hinterher.

sda-ats

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