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Für die etwa 90'000 Besucher wurde das Festival zum Schlammbad. Nach einem Blitzeinschlag mit Dutzenden Verletzten ist "Rock am Ring" vorerst nicht fortgesetzt worden.

KEYSTONE/EPA DPA/THOMAS FREY

(sda-ats)

Die Sicherheit geht vor: Nach einem Blitzeinschlag mit mindestens 82 Verletzten ist "Rock am Ring" in Deutschland vorerst nicht fortgesetzt worden. Für die etwa 90'000 Besucher wurde das Festival zum Schlammbad.

Rockfans tragen Trauer: Das auf drei Tage angelegte Festival "Rock am Ring" ist am Samstag wegen akuter Gewittergefahr unterbrochen worden. Die Entscheidung wurde nach einem Krisengespräch mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Veranstalter Marek Lieberberg getroffen. "Wir müssen alles dafür tun, dass keine neuen Verletzten hinzukommen", sagte Lewentz.

Am Vorabend waren nach seinen Angaben mindestens 82 Menschen bei einem Blitzeinschlag auf dem Festivalgelände verletzt worden. Zu den Verletzten waren seit Freitagabend immer höhere Zahlen gemeldet worden - anfangs war man von mindestens 8 Verletzten ausgegangen, am Samstagmorgen hatte die Polizei 51 gemeldet.

"Ich bin so traurig, ich hätte so gern die Red Hot Chili Peppers erlebt", sagte die 34-jährige Handan. Die rund 90'000 Besucher wurden dazu aufgerufen, in ihren Zelten oder im Auto zu bleiben und zunächst abzuwarten. Stündlich solle überprüft werden, ob vielleicht zum Abend doch noch Bands auf den insgesamt vier Bühnen auftreten könnten.

Die Aussichten für einen letzten Festivaltag am Sonntag schätzte Lewentz skeptisch ein: "Ich gehe davon aus, dass am Sonntag kein "Rock am Ring" stattfindet", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Das Innenministerium sei weder Genehmigungsbehörde noch Veranstalter, habe aber nach eingehender Beratung mit der Polizei von einer planmässigen Fortsetzung des Programms abgeraten. Der Veranstalter sei sehr verantwortungsbewusst mit der Situation umgegangen und auf Sicherheit bedacht.

Lieberberg sagte vor Journalisten: "Wir sind jetzt zu einer guten Entscheidung gelangt, dass die Veranstaltung suspendiert wird." Die katastrophale Wetterlage sei eine Ausnahmesituation, die weit über den "Rock am Ring" hinausgehe.

Am Nachmittag schien zunächst die Sonne bei schwüler Luft. Aber schon während der Entscheidung zur Unterbrechung zogen dunkle Gewitterwolken über den Flugplatz in der Vulkaneifel auf. Es wurden Stahlplatten und Rindenmulch auf dem völlig durchnässten Festivalgelände verteilt, das teilweise von Schlamm und tiefen Pfützen bedeckt war.

Unwetter auch anderswo

Auch in anderen Teilen Deutschlands sorgten Unwetter für Chaos. Im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd löste ein Erdrutsch einen Grosseinsatz der Rettungskräfte aus. Nach Polizeiangaben mussten 23 Menschen vorübergehend in Sicherheit gebracht werden, als ein Hang nach heftigen Regenfällen ins Rutschen geraten war. Insgesamt seien sechs Häuser gefährdet gewesen.

Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand, die Betroffenen kamen bei Verwandten unter. Nach einer Untersuchung durch Geologen entschieden die Behörden am Samstagnachmittag, dass keine akute Gefährdung mehr bestehe. Die Bewohner konnten daraufhin in ihre Häuser zurückkehren.

Auch über Köln ging in der Nacht zum Samstag ein schweres Unwetter nieder. Die Feuerwehr pumpte eine Reihe vollgelaufener Keller leer. Insgesamt mussten die Einsatzkräfte in der Domstadt nach Angaben eines Sprechers 179 Mal ausrücken.

In der Nähe von Pforzheim wurde die Autobahn 8 von Starkregen auf einer Länge von rund zwei Metern unterspült. Eine Spur musste nach Polizeiangaben am Freitagabend gesperrt werden. Am Samstag konnte der Schaden behoben und der Fahrstreifen wieder freigegeben werden.

sda-ats

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