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Am 1. August lauern droht nicht nur Menschen, sondern auch Tieren Verletzungsgefahr: Laut dem Schweizer Tierschutz suchen Kleintiere wie Igel gerne Unterschlupf in Holzhaufen, die für das 1.-August-Feuer aufgeschichtet wurden - das kann schnell zu einer Todesfalle werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

(sda-ats)

Feuerwerk, Raketen und Böller gehören zur 1. August-Feier dazu. Deshalb knallt es, brennt es und leuchtet es in der Schweiz bald wieder. Doch das bedeutet auch: Menschen verbrennen sich oder erleiden Gehörschäden, Tiere werden panisch. Das lässt sich verhindern.

Rund 1250 Unfälle durch Feuerwerk zählte die Suva zwischen 2010 und 2014, wie die Unfallversicherung am Dienstag mitteilte. Das sind 250 Unfälle jährlich. Meist verbrennen sich die Verletzten, das ist bei 42 Prozent der Verletzungen der Fall. Bei jeder vierten Verletzung war das Gehör betroffen.

Die Verletzungen können zudem sehr schwerwiegend sein: Zwei Unfälle endeten tödlich, fünf Unfälle führten zu einer Invalidität. Fast jeder zweite Feuerwerksunfall passiert um die Tage des 1. August, jeder Fünfte während den Silvestertagen. Männer verunfallen viel häufiger als Frauen. Zudem sind zwischen 20- und 30-Jährige stark gefährdet: 37 Prozent der Verunfallten sind in diesem Alter.

Wunderkerze wird 400 Grad Celsius heiss

Um Unfälle zu vermeiden, empfiehlt die Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) und die bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung Folgendes: Wer Feuerwerk zündet, sollte sich vorgängig beim Verkaufspersonal über den Gebrauch instruieren lassen. Bereits die Zündtemperatur einer Wunderkerze erreiche über 400 Grad Celsius, teilte die bfu am Dienstag mit.

Das Feuerwerk sollte immer kühl und trocken gelagert werden. Vor dem Einsatz schliesslich soll es auf stabilem Untergrund platziert werden, mit den vorgeschriebenen Sicherheitsabständen zu Menschen, Tieren und Gebäuden. In der Nähe des Feuerwerks dürfe zudem nicht geraucht werden.

Auch müsse darauf geachtet werden, dass Feuerwerksartikel nicht in Kinderhände gerate, hält die bfu fest. Jugendliche sollen beaufsichtigt werden, wenn sie Feuerwerk zünden. Wenn eine Rakete nicht abgehe, solle man sich dem Blindgänger erst nach zehn Minuten nähern und diese auf keinen Fall nachzünden.

Gebrauchtes Feuerwerk solle vor dem Entsorgen mit Wasser übergossen werden, rät die bfu weiter. Häuser sollen vor unkontrollierten Feuerwerkskörpern geschützt werden, indem Türen, Fenster und Dachluken geschlossen werden. Für den Fall des Falles sollten auch Feuerlöscher, Löschdecke oder ein Eimer Wasser bereit gehalten werden.

Gewohnte Geräuschkulisse für Tiere herstellen

Auch die Tierhalter sind am 1. August gefordert: Die meisten Tiere hören wesentlich besser als der Mensch und reagieren mit Panik und Flucht auf die Knallerei, wie der Schweizer Tierschutz STS in einer Mitteilung schreibt.

Er empfiehlt den Tierhalten, ihre Tiere am Nationalfeiertag nicht alleine zu lassen und für eine möglichst ruhige Umgebung und Rückzugsorte zu sorgen. Wer selber ruhig und gelassen bleibe, signalisiere seinem Tier: Nur keine Panik.

Laut dem STS sollten Heimtiere keinesfalls nach draussen gelassen werden. Stattdessen sollen Fenster und Läden geschlossen werden und mit Radio, Fernsehen oder Musik eine gewohnte Geräuschkulisse im Haus hergestellt werden. Weiter solle Feuerwerk nicht in unmittelbarer Nähe von Ställen, weidenden Tieren oder Wäldern gezündet werden.

Igel verbrennen

Gefahren für Tiere lauern auch im vermeintlich harmlosen 1.-August-Feuer. Jedes Jahr sähen tausende Festbesucher unwissentlich dabei zu wie unzählige Kleintiere - Igel, Blindschleichen, Spitzmäuse - bei lebendigem Leib verbrannten, schreibt der STS.

Denn manches Wildtier sehe in den aufgeschichteten Holzhaufen einen sicheren Unterschlupf. Dieser Unterschlupf entpuppt sich aber als Falle, wenn am Abend des Nationalfeiertages die plötzliche Ansammlung von Menschen jeden Fluchtweg blockiere.

Bei kleineren Feuern rät der STS deshalb, das gesammelte Holz erst am Tag des Abbrennens auf- oder umzuschichten. Für grosse Holzhaufen eigne sich das Aufstellen eines Schutzzauns um den Stapel herum.

sda-ats

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