Anklage: Polizist hätte "Reichsbürger"-Angriff verhindern können


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Ein Absperrband hängt vor dem Haus in Georgensgmünd, in dem ein 49-Jähriger Angehöriger der "Reichsbürger"-Bewegung bei einer Razzia vier Polizisten angeschossen hatte. (Archiv)

Keystone/DPA dpa/A3609/_DANIEL KARMANN

(sda-ats)

Nach den tödlichen Schüssen eines sogenannten Reichsbürgers in Deutschland hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ein Ermittlungsverfahren gegen einen Polizeibeamten eingeleitet.

Der Beamte habe die von dem "Reichsbürger" ausgehende Gefahr erkannt und hätte die tödliche Schussabgabe auf einen 32 Jahre alten Polizisten womöglich verhindern können, teilte die Anklagebehörde am Montag mit. Ihm werde Beihilfe zum Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen.

Der Anhänger der in Teilen rechtsextremen Bewegung hatte bei einer Waffenrazzia im Oktober in Georgensgmünd (Bayern) um sich geschossen und dabei einen Polizisten getötet und einen weiteren verletzt. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Tat kam der Verdacht auf, dass der Beschuldigte Kontakte zur Polizei pflegte.

Der nun offiziell Beschuldigte wurde bereits im November vom Dienst suspendiert. Laut Staatsanwaltschaft konnte er durch seine Kenntnisse über den "Reichsbürger" damit rechnen, dass bei der Waffenrazzia Schüsse abgegeben würden.

Daher wäre er verpflichtet gewesen, seine Erkenntnisse über den "Reichsbürger" weiterzugeben, "so dass nach derzeitigem Stand durch Ergreifung geeigneter Massnahmen die tödliche Schussabgabe hätte verhindert werden können", teilte die Anklagebehörde mit. Der Polizist habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäussert.

SDA-ATS

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