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Das ATP-Turnier in Gstaad steht heuer klar im Schatten des neuen Frauen-Events. Ein Grund ist das Fehlen eines Schweizer Aushängeschilds, ein anderer der enge Terminplan wegen der Olympischen Spiele.

Würde Dominic Thiem seinen im Vorjahr errungenen Titel verteidigen, hätte das am Montag beginnende ATP-Turnier in Gstaad sogar wieder einmal einen Top-Ten-Spieler am Start. Der österreichische Aufsteiger des Jahres muss aber in der gleichen Woche in seiner Heimat in Kitzbühel an den Start gehen. Die Olympischen Spiele in Rio sind schuld daran, dass sich Gstaad gleich drei Konkurrenzturnieren in der gleichen Woche gegenüber sieht: in Washington (500er-Kategorie), Kitzbühel und Umag (beide wie Gstaad 250er).

Zudem gibt es im Gegensatz zum Frauenturnier bei den Männern kaum Schweizer, die als Zugpferde dienen können. Am ehesten könnte dies noch Marco Chiudinelli (ATP 136) gelingen, dem 34-jährigen Davis-Cup-Veteranen, der diese Woche in Newport, Rhode Island, seine gute Form unter Beweis stellte und die Viertelfinals erreichte. Dort wird allerdings auf Rasen gespielt, einer Unterlage, die dem Basler wesentlich besser liegt als Sand. Bei sechs Teilnahmen in Gstaad weist er denn auch nur gerade zwei Siege auf. Zudem ist fraglich, wie Chiudinelli den Belagswechsel und den Jetlag nach der Rückreise aus den USA verkraftet.

Neben Chiudinelli stehen am Swiss Open vier weitere Schweizer im Hauptfeld. Das Quintett vervollständigte Qualifikant Yann Marti. Der Walliser (ATP 362) ist vom Internationalen Tennisverband (ITF) wegen Fehlverhaltens auf dem Platz gesperrt, aber auf der ATP-Tour darf er starten. Marti bekam in der 1. Runde eine lösbare Aufgabe zugelost. Er trifft mit dem Tschechen Jan Mertl (ATP 293) auf einen anderen Qualifikanten.

Zudem vergaben die Organisatoren die drei Wildcards an Henri Laaksonen (ATP 166), Antoine Bellier (ATP 536) und Johan Nikles (ATP 870). Laaksonen ist hinter Roger Federer, Stan Wawrinka und Chiudinelli der viertbeste Schweizer im ATP-Ranking und deshalb eine logische Wahl. Die Einladung an die beiden 19-jährigen Genfer Bellier und Nikles ist unter dem Motto "Erfahrung sammeln" zu sehen. Beide kommen zu ihrem Debüt auf Stufe ATP.

Bellier trifft in der 1. Runde mit dem Brasilianer Thiago Monteiro auf einen weiteren Qualifikanten, Nikles auf den Russen Michail Juschni (ATP 63), den Turniersieger von 2013. Chiudinelli bekommt es ebenfalls mit einem ehemaligen Gstaad-Champion zu tun, dem Franzosen Paul-Henri Mathieu. Mehr Glück mit der Auslosung hatte Laaksonen, der auf den Slowaken Jozef Kovalik trifft, der lediglich 42 Plätze vor ihm klassiert ist. Im Fall eines Sieges würden Chiudinelli und Laaksonen sich in der 2. Runde treffen.

Die internationale Besetzung darf sich im Vergleich zur Konkurrenz durchaus sehen lassen. Während in Umag Jérémy Chardy (ATP 34) der bestklassierte gemeldete Spieler ist, kann Gstaad dank Feliciano Lopez (ATP 20) immerhin einen Top-20-Star präsentieren. Der spanische Linkshänder und Frauenschwarm ist zusammen mit dem in Neuenburg lebenden Franzosen Gilles Simon (ATP 28), einem ehemaligen Masters-Halbfinalisten, das Aushängeschild.

Mit Michail Juschni (2013), Paul-Henri Mathieu (2007) und dem eigentlichen Schweiz-Spezialisten Thomaz Bellucci, der nicht nur 2009 und 2012 in Gstaad, sondern auch im vergangenen Jahr in Genf gewann, sind drei ehemalige Sieger des Swiss Open am Start. Im 28er-Tableau geniessen die vier Topgesetzten ein Freilos.

sda-ats

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