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Werbeanrufe sind in der Schweiz zwar bereits seit vier Jahren verboten. Das entsprechende Gesetz ist jedoch zahnlos geblieben, denn nach seinem Inkrafttreten wanderten viele Callcenter ins Ausland ab.

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Die Schweizer Telekomfirmen wollen ihren Kunden bald Filter gegen unerwünschte Werbeanrufe anbieten. Das ist das Resultat eines Runden Tisches mit Konsumentenschützern und Vertretern des Bundes.

Sunrise, Swisscom und upc cablecom versprechen, das Problem anzugehen. Swisscom wird voraussichtlich Ende Jahr, upc cablecom in einem Jahr eine Lösung anbieten können. Bei Sunrise dürfte es noch länger dauern.

Wie der Schutz realisiert wird, ist noch offen. "Erfolgsversprechend erscheint derzeit, dass die Telekommunikationsunternehmen illegal operierende Callcenter identifizieren und ihren Kunden optional anbieten, solche Werbeanrufe auf das Fest- und Mobilfunknetz herauszufiltern", schreiben die Konsumentenschützer am Mittwoch in einer Mitteilung zum Runden Tisch.

Die Gespräche liefen seit vergangenem Herbst: Auf der einen Seite sassen die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen (FRC, ACSI), das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und das SECO, auf der anderen Seite Salt, Sunrise, Swisscom, upc cablecom, VTX sowie der Branchenverband für Contact Center- und Kundenkontakt-Management, CallNet.ch.

Zahnloses Gesetz

Werbeanrufe sind in der Schweiz zwar bereits seit vier Jahren verboten. Das entsprechende Gesetz ist jedoch zahnlos geblieben, denn nach seinem Inkrafttreten wanderten viele Callcenter ins Ausland ab und belästigten die Leute weiterhin. Denn auch Unternehmen im Ausland dürfen Schweizer Telefonnummern erwerben. Für die Strafverfolger ist oft nicht zu ermitteln, wer die schwarzen Schafe sind.

Früher musste mit einem Werbeanruf nur rechnen, wer ein Festnetztelefon hatte. Doch zuletzt blieben auch Handynutzer nicht verschont. Entsprechend gross ist die Unzufriedenheit bei Konsumentinnen und Konsumenten.

Unerwünschte Werbeanrufe würden "in grossen Teilen der Bevölkerung als Ärgernis empfunden", schreiben die Schweizer Konsumentenorganisationen in ihrer Mitteilung. Im vergangenen Jahr verdoppelten sich die Beschwerden im Vergleich zu 2014 auf rund 28'000, wie Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigen.

Der Ärger wurde auch in Bern gehört: Bei der laufenden Revision des Fernmeldegesetzes sollen die Regeln gegen Werbeanrufe verschärft werden. Die Branche möchte aber möglichst wenig Regulierungen.

sda-ats

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