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Ungeschlagen durchlief Ungarn die Vorrunde, und als stolzer Gruppensieger wollen sie am Sonntagabend um 21.00 Uhr in Toulouse den nächsten Favoriten ärgern. Gegner ist Geheimfavorit Belgien.

Auch Fachleute können irren. Die Ungarn, erst über das Playoff gegen Norwegen ins Feld der EM-Teilnehmer gerutscht, würden wohl in Frankreich keine grosse Rolle spielen, so lautete die Einschätzung - oder besser Geringschätzung - über eine Fussball-Nation, deren grosse Erfolge (WM-Zweiter 1954, EM-Dritter 1964, EM-Vierter 1972) Jahrzehnte zurückliegen.

Doch dann kommen diese Ungarn, besiegen zunächst Österreich, holen gegen Island ein Unentschieden und knöpfen schliesslich auch Portugal - in ihrem bisher besten Spiel - Punkte ab. "Sensationell", entfuhr es ihrem deutschen Trainer Bernd Storck, der in seiner Heimat lange nur Insidern ein Begriff war, weil er immer nur als Assistent arbeitete. Erst 2008 übernahm der heute 53-Jährige einen Job als Chef, im fernen Kasachstan. Vier Jahre später heuerte er, wieder als Assistent, bei Olympiakos Piräus an, ehe er letztes Jahr nach Ungarn wechselte.

"Wenn dich die Leute nicht kennen, hast du einfach keine Chance", sagt Storck. Nun aber kennen ihn und seine Mannschaft alle. In der Schweiz werden die Ungarn ebenfalls schon bald zu einem Thema, spätestens in der kommenden Ausscheidung zur WM 2018, wenn die Mannschaft von Vladimir Petkovic neben Portugal unter anderem auf Ungarn trifft.

Auch die Belgier müssten eigentlich gewarnt sein. Deren Goalie Thibaut Courtois sprach von der "Chance unseres Lebens. Das Tableau ist offen, wir treffen in unserer Hälfte auf keine Top-Nationen." Im Viertelfinal wäre Wales oder Nordirland der Gegner. Kollege Radja Nainggolan, im letzten Vorrundenspiel der Torschütze zum 1:0 gegen Schweden, zeigte sich ebenfalls euphorisch: "Mit unserem Talent erreichen wir mindestens die Halbfinals." Eine Einschränkung machte der tätowierte Mann mit der Irokesen-Frisur dann aber doch noch: "Vom Papier her sind wir gegen Ungarn die Favoriten, aber das waren die Portugiesen in ihrer Gruppe auch."

sda-ats

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