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Auf der Pekinger Automesse gibt es in diesem Jahr weniger Haut zu sehen: Wie in Shanghai im Vorjahr haben auch in der chinesischen Hauptstadt die Organisatoren leicht bekleidete Models verbannt.

Es gelte, "ein besseres Umfeld zu schaffen, damit die Leute ihre Aufmerksamkeit auf die Technologie, Produkte, Entwicklung und Innovation richten", hiess es nach Angaben des Veranstalters vom Freitag in einer Mitteilung an die rund 2000 Aussteller aus 14 Ländern, die vom kommenden Montag an während 10 Tagen ihre Autos präsentieren.

Die internationale Messe auf dem grössten Automarkt der Welt, die jedes Jahr zwischen Shanghai und Peking wechselt, zieht jeweils Hunderttausende Besucher an. Stärker noch als in anderen Ländern gehörten in China die Motorhauben-Mädchen traditionell zur Automessen-Kultur, was allerdings die Sittenwächter auf den Plan rief.

Kommunistische Partei will keine "Fleischbeschau"

Die Diskussion findet aber auch ein Jahr nach dem ersten Verbot in Shanghai kein Ende. "Ohne Models gibt es nichts zu sehen", beklagten Nutzer in Chinas sozialen Medien. Das kommunistische Parteiorgan "Volkszeitung" kritisierte hingegen, dass einige Autohersteller mit sexy Models um Aufmerksamkeit buhlten, was negativen Einfluss auf die Branche habe. Es habe an nötigen Vorschriften gefehlt, so dass aus der Automesse eine "Fleischbeschau" geworden sei.

Jetzt wird nur noch züchtig gekleidetes Verkaufspersonal eingesetzt. Model-Agenturen ziehen sich aus dem Geschäft zurück. "Ich mache nicht mehr mit", sagte Yu Ming, Chef einer Fotomodell-Vermittlung, der Deutschen Presse-Agentur in Peking. "In den vergangenen Jahren war ich noch dabei, aber mit dem Verbot ist es zu kompliziert geworden - und die Bezahlung ist auch nicht wirklich gut."

Viele Hostessen verlieren somit ihre Arbeit. Das Verbot sei unfair, zitierte die Frauenzeitung "Women of China" den Model-Agenten Lü Sixian. Stattdessen sollte ein klarer Dress-Code erlassen werden. "Die Organisatoren sollten detaillierte Vorschriften vorlegen - wie etwa die Länge der Kleider und welche Teile des Körpers nicht gezeigt werden dürfen." Auch sagte Lü Sixian: "Es ist wichtig festzuhalten, dass nicht die Models die allzu enthüllende Kleidung tragen wollen, sondern die Firmen, die sie anheuern, das entscheiden."

sda-ats

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