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Bei der Eröffnung der Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro wird Brasiliens neuer Präsident Michel Temer ausgepfiffen und ausgebuht. Seine Eröffnungsformel ist kaum zu verstehen.

Im Stadion anwesend war auch Bundesrat Alain Berset. Der Innenminister publizierte am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter ein Foto der Eröffnungsfeier mit dem Vermerk: "Grosser Empfang im Maracanã für die Schweizer Delegation." 24 Schweizer Athleten kämpfen in Rio um Medaillen.

Auf die übliche Begrüssung des brasilianischen Staatsoberhaupts zu Beginn der Feier im Maracanã war verzichtet worden. Immer wieder waren "Fora Temer", "Temer raus"-Rufe zu hören. Nach der Eröffnungsformel startete ein grosses Feuerwerk, dadurch konnte der Lärm etwas übertönt werden.

Schon der Vorsitzende des Organisationskomitees, Carlos Arthur Nuzman, musste seine Rede länger unterbrechen, da es nach der Erwähnung des Danks an die Regierung für die Unterstützung zu Unmutsbekundungen kam. Erst von Anhängern der abgesetzten linken Präsidentin Dilma Rousseff, dann kam es zu Gegenreaktionen von Anhängern Temers.

Politische Krise

Das Land ist durch die politische Krise tief gespalten. Rousseff führt bei Twitter als Funktion weiter auf, dass sie Präsidentin Brasiliens sei und wünschte der Mannschaft Glück. Vor einer Woche hatte der Senat Rousseff wegen des Vorwurfs von Haushaltstricksereien und fragwürdigen Kreditvergaben des Amtes enthoben. Temer war zuvor ihr Vizepräsident, seine Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) hatte aber die Koalition platzen lassen und durch einen Pakt mit Oppositionsparteien die notwendigen Mehrheiten in dem Verfahren organisiert.

Temer und seine Mitte-Rechts-Regierung führen Brasilien nun bis zur nächsten Wahl 2018 und wollen das Land mit Reformen aus der Rezession holen, auch milliardenschwere Sozialprogramme können auf den Prüfstand kommen.

Sturz der Fackelträgerin

Für eine Schrecksekunde bei der Eröffnung sorgte die ehemalige Leichtathletin Marcia Malsar. Sie stürzte beim Tragen der Paralympischen Fackel. Vor den Augen tausender Menschen im Maracana-Stadion halfen der früheren 200-Meter-Sprinterin Freiwillige wieder auf die Beine.

Unter riesigem Beifall absolvierte Malsar danach tapfer ihre Etappe bis zu Ende und übergab die Fackel an Adria Rocha dos Santos. Marcia Malsar, die an Bewegungsstörungen leidet, hatte 1984 in New York die erste Goldmedaille für Brasilien bei Paralympics gewonnen.

sda-ats

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