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Ein britischer Arzt verschreibt 150 Sportlern verbotene leistungsfördernde Substanzen. Laut Recherchen der "Sunday Times" und des TV-Senders WDR sind darunter auch Spieler aus der Premier League.

Der Londoner Gynäkologe Mark Bonar soll in den vergangenen sechs Jahren rund 150 Top-Athleten mit Doping-Mitteln versorgt haben. Darunter seien Profis von Arsenal, Chelsea und von Premier-League-Leader Leicester City, aber auch Teilnehmer der Tour de France, Boxer, Tennis- und Cricketspieler.

In der WDR-Dokumentation berichtete der Arzt einem eingesetzten Lockvogel vor versteckter TV-Kamera über sein umfangreiches, geheimes Doping-Geschäft. "Natürlich sind einige der Behandlungen, die ich mache, im Profisport verboten", sagte Bonar, "aber ich habe das schon mit vielen Sportlern gemacht. Jahrelang. So ziemlich aus jedem Sport."

Die drei Premier-League-Clubs wiesen die Doping-Vorwürfe zurück. "Die Anschuldigungen sind falsch und entbehren jeder Grundlage", hiess es in einer Mitteilung von Chelsea. Der Verein habe niemals die Dienste von Bonar in Anspruch genommen und auch keine Kenntnis davon, dass Chelsea-Spieler von ihm behandelt worden seien. Arsenal teilte mit, dass man sich vollständig an die Anti-Doping-Regeln halte.

Dagegen behauptet Bonar, dass er mit englischen und auch Spielern aus dem Ausland zu tun gehabt habe. "Auch mit einem ganz Grossen, dem habe ich EPO, Testosteron und Wachstumshormon gegeben", sagte der Arzt. "Fussballer werden ja sowieso kaum getestet. Und ältere Spieler über 30 müssen was machen, die können mit den jungen Spielern um die 18 sonst gar nicht mithalten."

Der Schweizer Olivier Niggli, designierter Chef der Welt-Antidoping-Agentur (WADA), reagierte auf die ihm vorab gezeigte TV-Doku bestürzt. "Es ist sehr beängstigend für mich zu sehen, wie ein Mediziner ein solches Verhalten an den Tag legt", sagte er.

Pikant ist zudem, dass die britische Anti-Doping-Agentur (UKAD) im Auftrag der WADA nach Aufdeckung des flächendeckenden Dopings in Russland die Planung der Tests russischer Athleten übernommen hat. Denn die UKAD steht nun im Fall Bonar selbst unter Druck.

Laut WDR-Angaben soll sich ein selbst des Dopings überführter Sportler als Whistleblower vor länger Zeit an die britische Agentur gewandt haben und Beweise für die Doping-Umtriebe Bonars vorgelegt haben. Die UKAD habe dem Informanten aber Anfang 2015 mitgeteilt, keine Grundlage für Ermittlungen gegen den Arzt zu sehen.

sda-ats

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