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Kaufpreis 49 Milliarden Dollar: Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) kommt mit einem erhöhten Übernahmeangebot für den US-Konkurrenten Reynolds American doch noch zum Zug.

Keystone/DPA dpa/A4488/_NICOLAS ARMER

(sda-ats)

Knapp 50 Milliarden Dollar zahlt British American Tobacco (BAT) für den US-Konkurrenten Reynolds. Aus dem Zusammenschluss würde der weltweit grösste Tabakkonzern entstehen. Die Branche reagiert auf den sinkenden Zigarettenabsatz.

Beide Firmen hätten sich nun auf die Bedingungen zum Kauf der 57,8 Prozent der Reynolds-Anteile geeinigt, die noch nicht im Besitz von BAT seien, teilte BAT am Dienstag mit. Das neue Unternehmen werde grösser und geografisch breiter aufgestellt sein, hiess es.

Das Übernahmeangebot von BAT beläuft sich auf 59,64 Dollar je Reynolds-Aktie und damit insgesamt auf 49,4 Milliarden Dollar. Wie erwartet mussten die Briten (Lucky Strike) damit tiefer in die Tasche greifen als geplant.

Zuletzt hatte Reynolds eine BAT-Offerte über rund 47 Milliarden Dollar zurückgewiesen. Klappt die Übernahme, könnte BAT nach früheren Aussagen der weltweit grösste börsennotierte Tabakkonzern nach Umsatz und Ertrag werden. Er würde damit den Marlboro-Hersteller Philip Morris an der Spitze ablösen.

British American Tobacco (BAT) besitzt neben Parisienne Marken wie Lucky Strike und Kent. Zu Reynolds gehören in den USA unter anderem Camel und Winston.

Weniger Raucher

Mit dem geplanten Zusammengehen geht die Neuordnung in der Branche weiter. Tabakkonzerne stehen unter Druck, da in vielen Ländern weniger geraucht wird. 2015 verkaufte BAT nach eigenen Angaben in Westeuropa 23 Milliarden Zigaretten - 17 Prozent weniger als 2011.

Die Vorschriften für die Tabakbranche wurden in vielen Ländern in den vergangenen Jahren stetig verschärft - etwa, indem das Rauchen in Kneipen und Restaurants stark eingeschränkt wurde. Zigarettenanbieter müssen in zahlreichen Staaten zudem Schockfotos und grössere Warnhinweise auf Tabakschachteln drucken.

Mit der geplanten Übernahme verschafft sich BAT Luft. Reynolds ist für die Briten vor allem deshalb attraktiv, da der Konzern Marktführer in den USA ist. Der Zusammenschluss werde für ein "langfristiges nachhaltiges Gewinnwachstum sorgen", teilte BAT mit.

Der Übernahme müssen noch die Aktionäre sowie die Aufsichtsbehörden zustimmen. Er soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden, teilten die beiden Tabakkonzerne mit.

BAT hat seinen Sitz in London und beschäftigt rund um den Globus rund 90'000 Mitarbeitende. In der Schweiz betreibt BAT die Zigarettenfabrik Burrus im jurassischen Boncourt. 2014 arbeiteten dort 320 Angestellte.

Reynolds mit Hauptsitz in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina beschäftigt etwa 6800 Angestellte. Fünf der firmeneigenen Marken befinden sich unter den zehn bestverkauften Zigarettenmarken in den USA.

SDA-ATS