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"Für solche Momente fahre ich Skirennen", durfte Beat Feuz nach getaner Arbeit festhalten. Der Druck war riesig, doch Feuz holte sich das Gold, welches die Ski-Schweiz von ihm erwartete.

Feuz, der das Pokern so liebt, war ruhig geblieben, obwohl er wusste, dass so eine Chance an einer Heim-WM vielleicht nur einmal im Leben kommt: "Vor eigenem Publikum, vor all diesen Fans zu gewinnen, das ist unglaublich schön." In St. Moritz wurde Feuz dafür belohnt, dass er nie aufgegeben hat. Seit Jahren kämpft er sich mit einem havarierten Knie über die Runden, Verletzungen fast ohne Ende begleiteten ihn, das Supertalent, das sich immer wieder zurückkämpfte, den fast permanenten Schmerzen zum Trotz.

"Seine Stärke liegt im Kopf, der im Skisport 50 Prozent ausmacht", sagt Trainer Sepp Brunner über den Emmentaler. Feuz wusste um seine Chance, und er nutzte sie eiskalt - im Stil von Tennis-Legende Roger Federer, der im Ziel einer der ersten Gratulanten war. Feuz sorgte mit seiner Fahrt, dass der wichtigste WM-Titel - und das ist die Abfahrt für die grossen Alpenland-Nationen - in der Schweiz bleibt. Zwei Jahre nach Patrick Küng errang Feuz - mit Startnummer 13 - den 13. Abfahrtstitel für Swiss-Ski. Das ist eine durchaus stolze Bilanz, selbst die Überflieger aus Österreich haben mit 16 Erfolgen nicht sehr viel mehr vorzuweisen.

Feuz hatte in St. Moritz schon die Trainings dominiert. Der Berner erwischte indes keinen perfekten Lauf, legte aber im unteren Abschnitt entscheidend zu. "Unten habe ich es wirklich gut getroffen. Ich habe gewusst, da unten kann man viel herausholen. Es ist eine geniale Fahrt gewesen", meinte Feuz. Die Zwischenzeiten belegen die Aussagen von Feuz. Er zeigte einen grossartigen Steigerungslauf. Bei der ersten Zwischenzeit war er noch 29., bei der zweiten 16., bei der dritten 6., bei der vierten 2. - und dann übernahm er das Kommando.

2007 war Feuz auf Junioren-Stufe einst dreifacher Weltmeister geworden, nun glückte ihm gleiches endlich auch auf höchstem Level. Lange kämpfte er an grossen Titelkämpfen, so er sie wegen seiner Verletzungen überhaupt bestreiten konnte, recht glücklos. 2015 in Beaver gewann er als Abfahrts-Dritter seine erste WM-Medaille, zuvor hatte er es an Grossanlässen nie in die Top 8 geschafft.

Doch das ist jetzt definitiv Schnee von gestern. Gefreut haben sich über die Glanzvorstellung von Feuz auch einige Österreicher. Zumindest in Oberperfuss im Tirol wird es wohl eine lange Nacht geben. Aus diesem Dorf stammt Feuz' Freundin Katrin Triendl, mit er zusammen in Innsbruck lebt. Und nicht nur das: Die kleine Gemeinde Oberperfuss ist auch die Heimat von Stephanie Venier, der Abfahrts-Zweiten bei den Frauen.

SDA-ATS