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Topfavorit Deutschland gelingt der Auftakt zur EM zumindest resultatmässig. Beim 2:0 gegen die Ukraine treffen Shkodran Mustafi und Bastian Schweinsteiger.

Freistoss, Kopfball, Tor - diese Kombination ist im Spiel der deutschen Nationalmannschaft in den letzten Jahren selten geworden. Am Sonntagabend erwies sie sich wieder einmal als entscheidend. Shkodran Mustafi lenkte einen Freistoss von Toni Kroos in der 19. Minute mit dem Kopf zum 1:0 ins Tor. Erst in der 92. Minute gelang dem zwei Minuten zuvor eingewechselten Bastian Schweinsteiger mit dem 24. Treffer im 116. Länderspiel die endgültige Entscheidung. Für Mustafi, den Verteidiger mit albanischen Wurzeln, war es das erste Tor für Deutschland. Zum Einsatz kam Mustafi nur, weil sich Antonio Rüdiger in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen hat und Mats Hummels noch nicht ganz fit ist.

Hummels und Schweinsteiger standen wegen Trainingsrückstands nach überstandenen Verletzungen nicht in der Startformation. Trotzdem konnte Joachim Löw zehn Spieler in Lille aufs Feld schicken, die vor zwei Jahren Weltmeister geworden waren. Bloss der Kölner Linksverteidiger Jonas Hector war in Brasilien noch nicht im Kreis der Nationalmannschaft. Als Captain und damit in dieser Funktion als Ersatz für Schweinsteiger lief Goalie Manuel Neuer ein.

Der Keeper von Bayern München trug seinen Teil dazu bei, dass Deutschland ohne Gegentreffer blieb. Er wehrte nach knapp vier Minuten einen Schuss von Jewgeni Konopljanka ab, nach einer knappen halben Stunde einen Kopfball von Innenverteidiger Jewgeni Chatscheridi und nach der Pause einen Freistoss von Jaroslaw Rakizki. Drei Paraden, die nicht in die Kategorie simple Pflichterfüllung gehören.

Die Ukrainer konnten sich nur selten aus der Umklammerung der Deutschen befreien. Wenn es ihnen aber gelang, dann sorgten sie zumindest in der ersten Halbzeit regelmässig für Gefahr. Jérôme Boateng musste einmal auf der Torlinie retten, ein anderes Mal wurde ein Treffer der Ukrainer wegen einer Abseitsposition zu Recht nicht anerkannt. Erst in der zweiten Hälfte beruhigte sich die Situation im Strafraum der Deutschen. Löw dürfte in der Pause etwas mehr defensive Disziplin gefordert haben.

Denn: So fantasievoll und variantenreich der Weltmeister mit dem Ball am Fuss agierte, so verletzlich wirkte er ohne. Mit welcher Leichtigkeit die Ukraine sich vorab zum Ende der ersten Halbzeit vor das Tor von Neuer spielte, dürfte Löw den Stoff für die Pausenansprache geliefert haben. Die Flankenläufer Konopljanka von Europa-League-Sieger FC Sevilla und Andrej Jarmolenko von Dynamo Kiew machten den deutschen Verteidigern eine gute Viertelstunde lang das Leben schwer. Der Turnier-Favorit machte rasch mal einen unsortierten Eindruck, wenn der Gegner das erste Pressing überwunden hatte. Auch bei Standardsituationen war Deutschland verwundbar.

Das Offensivpotenzial und die defensiven Anfälligkeiten von Löws Truppe sowie die zielstrebige Spielart der Ukrainer sorgten für einen attraktiven Match, auch wenn den Aussenseitern nach der Pause etwas die Luft ausging und Deutschland humorloser verteidigte. Sami Khedira scheiterte in der 29. Minute genauso alleine vor Ukraines Goalie Andrej Pjatow wie in der Schlussphase Mesut Özil. Auch Julian Draxler und Khedira forderten den Keeper. Der starke Toni Kroos traf mit einem Schuss nur die Lattenoberkante. 63 Prozent der Zeit hatte Deutschland den Ball in den eigenen Füssen. In diesen Phasen zeigte das Team seine technischen und spielerischen Qualitäten. Die restlichen 37 Prozent der Partie haben Löw Stoff für die kommenden Trainings gegeben.

Telegramm:

Deutschland - Ukraine 2:0 (1:0)

Lille. - 50'186 Zuschauer. - SR Atkinson (ENG). - Tore: 19. Mustafi 1:0. 92. Schweinsteiger (Özil) 2:0.

Deutschland: Neuer; Höwedes, Boateng, Mustafi, Hector; Khedira, Kroos; Müller, Özil, Draxler (78. Schürrle); Götze (90. Schweinsteiger).

Ukraine: Pjatow; Fedezki, Chatscheridi, Rakizki, Schewtschuk; Sidortschuk, Stepanenko; Jarmolenko, Kowalenko (74. Sintschenko), Konopljanka; Sosulja (66. Selesnjow).

Bemerkungen: Beide Mannschaften komplett. 37. Boateng rettet auf der Torlinie. 52. Schuss von Kroos streift Lattenkreuz. Verwarnungen: 68. Konopljanka (Foul).

Resultate: Polen - Nordirland 1:0 (0:0). Deutschland - Ukraine 2:0 (1:0).

1. Deutschland 1/3 (2:0). 2. Polen 1/3 (1:0). 3. Nordirland 1/0 (0:1). 4. Ukraine 1/0 (0:2).

sda-ats

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