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Deutschland und Polen liefern sich heute ein Fernduell um den Sieg in der Gruppe C. Die Deutschen begegnen den Nordiren, die punktgleichen Polen treffen auf die bereits ausgeschiedene Ukraine.

Besonders gespannt wird natürlich die Schweizer Nationalmannschaft ab 18.00 Uhr das Geschehen verfolgen, Deutschland, Polen oder allenfalls Nordirland - aus diesem Trio rekrutiert sich der Gruppen-Zweite, der am kommenden Samstag ab 15.00 Uhr in Saint-Etienne ihr Achtelfinal-Gegner sein wird.

Einerseits gewinnen, andererseits aber so viele Tore schiessen wie möglich - dies muss für Deutschland und Polen die Devise sein. Denn nach dem 0:0 vom letzten Donnerstag im direkten Duell müssen nun die Partien gegen die anderen beiden Teams der Gruppe darüber entscheiden, wer als Gruppensieger am kommenden Sonntag im Achtelfinal gegen einen Dritten aus Poule A, B oder F antreten darf.

Der Vorteil liegt bei Deutschland, das in seinem ersten Spiel gegen die Ukraine 2:0 gewann. Die Polen dagegen besiegten zum Auftakt Nordirland lediglich 1:0, womit sie in der Tordifferenz, die bei Punktgleichheit das nächste Kriterium wäre, leicht zurückliegen.

Die Deutschen treffen aber in Paris zum Abschluss der Vorrunde mit den Nordiren auf einen Gegner, der dank dem 2:0 gegen die Ukraine selber mit grossen Ambitionen unterwegs ist und sogar rein rechnerisch ebenfalls noch Gruppensieger werden kann. Die Polen jedoch spielen in Marseille gegen Ukrainer, die als einzige der 24 Mannschaften bereits nach der zweiten Runde die Segel strichen und einzig noch um die Ehre spielen.

Müller und Lewandowski noch ohne EM-Treffer

Beim Weltmeister aus Deutschland herrscht wie gewohnt Zuversicht, wenngleich gerade die nun so gefragte Offensive noch nicht wie gewünscht in die Gänge gekommen ist. Vor allem bei Thomas Müller, bei Weltmeisterschaften schon zehnfacher Torschütze, stottert der Motor. Bei seiner zweiten EM wartet der Stürmer von Bayern München noch immer auf den ersten Treffer. "Das ist ungewöhnlich", bemerkte selbst Coach Joachim Löw, um aber sogleich anzufügen: "Bei ihm weiss man nie, plötzlich ist er wieder da."

Müller selber erwartet "keinen Spaziergang." Man müsse realistisch bleiben: "Nordirland wird mit vielen Spielern im Strafraum stehen, bis zur letzten Minute. Und dann wird es halt schwer, egal wie hoch die fussballerische Qualität ist. Ich würde jedenfalls auch einen zähen Sieg mitnehmen."

Die Nordiren hoffen auf einen weiteren historischen Erfolg, nachdem sie in Frankreich an ihrer ersten EM mit dem Erfolg gegen die Ukraine ihren ersten Sieg eingefahren haben. Gegen Deutschland schafften sie zudem, was noch keinem anderen Team jemals gelang: In der Qualifikation zur EM 1984 schlugen sie den grossen Gegner gleich zweimal, zur Endrunden-Teilnahme reichte dies trotzdem nicht. Es waren zugleich die beiden einzigen nordirischen Siege gegen Deutschland.

Polen stand noch nie an einer Europameisterschaft in der K.o.-Runde, auch nicht an der Heim-EM vor vier Jahren. Nun lockt sogar der Gruppensieg, doch dafür müssen jetzt gegen die Ukraine Tore her. Wie sein Klubkollege Thomas Müller hat auch Bundesliga-Topskorer Robert Lewandowski an dieser EM noch nicht getroffen. Die Polen gewannen zudem keines der letzten fünf Länderspiele gegen die Ukraine. Zuletzt verloren Lewandowski und Co. in der Ausscheidung zur WM 2014 sowohl auswärts in Charkow (0:1) als auch zuhause in Warschau (1:3).

Für die Ukraine geht es nur noch um einen Abschied mit Anstand. "Was wir zuletzt abgeliefert haben, war jenseits von Gut und Böse. Das müssen wir ändern", sagt Keeper Andrej Pjatow. Immerhin steht noch ein Duell gegen einen Nachbarn an. Das müsste Motivation genug sein.

sda-ats

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