Die Grippewelle schwächt sich in der Schweiz ab


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Die Grippe ist in der Schweiz nach wie vor weit verbreitet, auch wenn der Höhepunkt überschritten und der Trend sinkend ist. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/ROBERTO PFEIL

(sda-ats)

Die Grippewelle hat sich in der Schweiz abgeschwächt. Nach wie vor sind die Erkrankungen aber weit verbreitet. Bereits jetzt steht fest, dass die saisonale Grippewelle Anfang Jahr zu einer erhöhten Sterblichkeit bei den über 65-Jährigen geführt hat.

So schätzt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass für rund 1500 Menschen die diesjährige Grippeepidemie tödlich enden dürfte. Ursache dafür ist, dass das Immunsystem der älteren Menschen generell schwächer und auch die Impfung bei ihnen weniger wirksam ist.

Entscheidend für die sogenannte Übersterblichkeit, die in der letzten Woche 2016 sowie den ersten fünf Wochen dieses Jahres festgestellt wurde, ist aber auch das hauptsächlich zirkulierende Virus. Es handelt sich dabei um das Influenza-A-Virus H3N2, das bereits vor zwei Jahren zu einer hohen Übersterblichkeit geführt hatte.

2015 hatten sich zwischen der zweiten und zwölften Woche in der Schweiz geschätzte 2200 Todesfälle oder 17 Prozent mehr ereignet, als aufgrund der Zahlen der Vorjahre zu erwarten gewesen wären. Diese sogenannte Übersterblichkeit betraf fast ausschliesslich Menschen im Alter von mehr als 65 Jahren.

Ein Zusammenhang mit der damaligen Grippewelle gilt als gesichert, obwohl bei den Todesfällen nur selten Grippe direkt als Todesursache angegeben wird. Oft haben auch weitere Faktoren einen Einfluss, wie etwa die Kälte oder andere virale Erkrankungen.

Grippe immer noch weit verbreitet

Auch wenn die Grippewelle abflacht, so ist sie doch derzeit in allen Regionen noch weit verbreitet. So wurden in der vergangenen Woche von 127 Ärztinnen und Ärzten des Sentinella-Meldesystems 27 Grippeverdachtsfälle pro 1000 Konsultationen durch Patienten gemeldet. Dies entspricht laut BAG hochgerechnet einer Inzidenz von 221 Fällen pro 100'000 Einwohner.

Der saisonale epidemische Schwellenwert von 64 Grippeverdachtsfällen pro 100'000 Einwohner war in der Woche 50 des letzten Jahres überschritten worden. Der Höhepunkt der Grippewelle trat in der zweiten Woche dieses Jahres mit 368 Grippeverdachtsfällen pro 100'000 Einwohner auf.

Am meisten von der Grippe betroffen waren nach wie vor die Jüngsten im Alter bis zu vier Jahren. Der Trend in den Altersgruppen bis 30 Jahre war laut BAG sinkend, bei älteren Menschen konstant. Mit Ausnahme der Zentralschweiz, wo die Tendenz nach wie vor zunehmend ist, wurde in allen Regionen ein Rückgang der Grippefälle verzeichnet.

SDA-ATS

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