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Wie die Schweiz kann auch Frankreich die Qualifikation für die Achtelfinals bereits in seinem zweiten Gruppenspiel sicher stellen. Dazu braucht es einen Sieg gegen den EM-Debütanten Albanien.

Die Voraussetzungen für ein Fussball-Fest sind gegeben. Marseille, am vergangenen Samstag bei der Partie England - Russland Tummelplatz abartiger Schläger, darf sich am Mittwochabend (Spielbeginn 21.00 Uhr) auf albanische Supporter freuen, die sich nach der 0:1-Niederlage gegen die Schweiz geradezu vorbildlich verhalten haben. Im zweiten Spiel in der südfranzösischen Metropole am Mittelmeer, soviel scheint gewiss, wird der Sport im Vordergrund stehen.

Die französischen Fans erwarten von ihrem Team eine Steigerung gegenüber dem Eröffnungsspiel, in welchem sie erst der Hocheckschuss von Dimitri Payet in der 89. Minute erlöst hat. Es war das Tor zum 2:1 gegen Rumänien, zu einem ebenso erzitterten wie glanzlosen Sieg. Vor allem zwei ihrer vermeintlich besten Spieler, Antoine Griezmann und Paul Pogba, beide vorzeitig ausgewechselt, standen danach in der Kritik.

Die französische Sportzeitung "L'Equipe" rechnete vor, dass kein EM-Spieler in der abgelaufenen Saison länger im Einsatz gestanden habe als Griezmann. Insgesamt 4965 Minuten soll der flinke und dribbelstarke Stürmer von Atletico Madrid im Verein und im Nationalteam eingesetzt worden sein. Damit verbunden ist die Befürchtung, Griezmann sei bereits zum Start der EM ausgebrannt. Und bei Pogba stellte Nationalcoach Didier Deschamps fest, er könne natürlich besser spielen.

Gegen Albanien muss ungeachtet dessen ein Sieg her. Mittelstürmer Olivier Giroud betont: "Wir haben noch eine Rechnung offen." In den letzten zwei Jahren standen die Franzosen den Albanern in zwei Testspielen gegenüber, doch einen Sieg konnten sie nicht einfahren. Im November 2014 resultierte in Rennes lediglich ein 1:1, und vor ziemlich genau einem Jahr - auswärts in Tirana - erlitten die Franzosen gar eine 0:1-Niederlage. Nicht zuletzt Payet, inzwischen neuer Held der Grande Nation, enttäuschte und schien nie weiter weg von der EM als an diesem Abend.

Aus solchen Gegebenheiten schöpfen die Albaner ihre Zuversicht. Amir Abrashi, der Thurgauer Mittelfeldspieler von Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg, zeigt sich wie gewohnt kämpferisch: "Wir haben keine Angst vor grossen Teams. Frankreich spielt zuhause und bekommt Druck von den Fans." Sein einstiger Winterthurer Klubkollege Ermir Lenjani, inzwischen in Frankreich bei Nantes beschäftigt, haut in dieselbe Kerbe: "Wenn wir einen guten Tag haben, ist alles möglich."

Der albanische Captain wird allerdings zuschauen müssen. Abwehrchef Lorik Cana, wie Lenjani in Nantes engagiert, bezog gegen die Schweiz bereits in der 36. Minute die zweite Gelbe Karte und fehlt gesperrt.

Shkelzen Gashi hatte gegen die Schweiz kurz vor Schluss im Duell gegen Yann Sommer den ersten albanischen EM-Punkt vergeben, doch schon einmal haben die Albaner auf EM-Ebene einen grossen Gegner zu Fall gebracht. Vor dem Turnier 1968 in Italien rangen sie Deutschland ein 0:0 ab. Das Team um Günter Netzer verpasste dadurch die EM-Teilnahme. Niemals zuvor und niemals danach scheiterten die Deutschen in einer Qualifikation.

sda-ats

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