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Ähnlich wie Schmetterlinge bedienen sich auch Pfauenspinnen sogenannter Strukturfarben.

Jürgen Otto, Wikimedia Commons CC BY-SA 2.0

(sda-ats)

Mit brillanten Farben versuchen männliche Pfauenspinnen die Weibchen zu betören. Die Farbenpracht beruht nicht nur auf Pigmenten, sondern auch auf einer einzigartigen Strukturierung, wie Forschende der Universitäten Freiburg und Groningen zeigen.

Knallrot, Weiss und Neonblau in verschiedenen Schattierungen zieren den winzigen Körper der männlichen Pfauenspinne. Die Farbenpracht dient der Partnersuche. Ihre blaue Färbung verdanken die Tiere allerdings nicht den chemischen Eigenschaften von Pigmenten, sondern den physikalischen Eigenschaften ihrer Schuppen. Das haben Forschende um Bodo Wilts vom Adolphe Merkle Institut (AMI) der Uni Freiburg festgestellt.

Die spezielle Struktur dieser Schuppen besteht aus zwei Schichten Chitin - dem Grundmaterial von Insektenpanzern -, die von einer Luftschicht getrennt werden, wie die AMI in einer Mitteilung vom Mittwoch schrieb. In den Chitinschichten haben die Forschenden zudem ein Feld von Filamenten entdeckt, das Licht so bricht, dass die brillante blaue Farbe entsteht. Die Spinnen haben die Menge des Materials offenbar optimiert, um die blaue Farbe zu erzeugen.

Solche Strukturfarben kommen beispielsweise auch bei Schmetterlingen vor. "Zahlreiche Organismen haben Strukturen entwickelt, die Licht durch Interferenz reflektieren", liess sich Wilts in der Mitteilung zitieren. Ihre besondere Eigenschaft sei, dass selbst kleinste Strukturveränderungen im Nanobereich den Farbton stark verändern. Das sei mit Pigmenten nicht möglich.

"Die Evolution hat eine Vielzahl an Mechanismen zur Produktion strukturell bedingter Farben hervorgebracht", so Wilts. Die spezielle Struktur bei der Pfauenspinne scheine sich jedoch einzig bei dieser Art entwickelt zu haben. Vom Trick der Spinne könnte auch die Technik lernen, zum Beispiel um neue Fernsehbildschirme oder effizientere Solarpanele zu entwickeln, so die Mitteilung.

Wilts und seine Kollegen von der Universität Groningen haben ihre Ergebnisse im Fachblatt "Royal Society Interface" veröffentlicht.

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SDA-ATS