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Da kommt etwas auf VW zu: Laut Insidern sollen die Kosten zur Beilegung des Streits um den Abgas-Skandal höher ausfallen. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA DPA FILE/JULIAN STRATENSCHULTE

(sda-ats)

Die Bereinigung des Abgas-Skandals wird Volkswagen in den USA offenbar deutlich mehr Geld kosten als zunächst geplant. Die Kosten für die anvisierte aussergerichtliche Einigung seien auf rund 15 Milliarden Dollar gestiegen.

Das berichtete die US-Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf zwei Quellen in Verhandlungskreisen. Noch in der vergangenen Woche war in diesen Kreisen eine Summe von zehn Milliarden Dollar genannt worden. Diese Summe beinhaltete auch Zahlungen an die Käufer von VW-Dieselfahrzeugen, die mit der Schummel-Software ausgestattet sind.

Weder die US-Umweltschutzbehörde noch der Konzern wollten dies kommentieren. Volkswagen hat bislang eine Rückstellung von mehr als 16 Milliarden Euro für die Bewältigung des Skandals gebildet. Ein Bundesrichter in San Francisco hatte den Verhandlungsparteien eine Frist bis Dienstag gesetzt, um den fertigen Plan vorzulegen.

Der Konzern verhandelt seit Monaten mit dem US-Justizministerium und anderen Klägern über eine aussergerichtliche Einigung. Im April gab es eine Grundsatzvereinbarung, seither wurde über die Details verhandelt.

Kommt diese Vereinbarung zustande, sind die juristischen Probleme des deutschen Konzerns in den USA jedoch noch nicht vom Tisch. Der von Richter Charles Breyer in San Francisco abzusegnende Plan bezieht sich nur auf die rund 480'000 betroffenen Dieselfahrzeuge mit 2,0-Liter-Motoren. Die ebenfalls betroffenen rund 80'000 Dieselwagen mit 3,0-Liter-Motoren sind nicht abgedeckt.

Gerichtsverfahren vermeiden

Volkswagen will Gerichtsverfahren über die Entschädigungen in den USA unbedingt vermeiden, da diese auf noch weit höhere Kosten für den Konzern hinauslaufen könnten. Parallel wird Volkswagen auch in Deutschland und anderen Ländern wegen der Manipulation der Abgaswerte mit Klagen überzogen. Vor dem Landgericht Braunschweig war Volkswagen im November von fast 300 Aktionären auf mehr als drei Milliarden Euro verklagt worden.

Volkswagen hatte im September nach Ermittlungen in den USA eingeräumt, bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen die Abgaswerte beschönigt zu haben. Die verbotene Software in den Wagen bewirkt, dass bei den Tests ein niedrigerer Schadstoffausstoss gemessen wird, als er im Normalbetrieb entsteht.

sda-ats

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