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Der Portugiese Antonio Guterres, früherer Chef des UNO-Flüchtlingshilfswerks, hat laut Diplomaten gute Chancen auf den Posten des UNO-Generalsekretärs. (Archiv)

KEYSTONE/EPA/PETER FOLEY

(sda-ats)

Der frühere Chef des UNO-Flüchtlingshilfswerks, António Guterres, hat gute Aussichten auf die Wahl zum neuen UNO-Generalsekretär. In einer ersten Abstimmungsrunde im UNO-Sicherheitsrat setzte er sich am Donnerstag offenbar gegen seine elf Mitbewerber durch.

Sloweniens ehemaliger Präsident Danilo Türk landete knapp dahinter auf dem zweiten Platz, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Der Sicherheitsrat will sich bis Oktober auf einen Kandidaten einigen.

Nach Monaten der Bewerbungsgespräche und Anhörungen kamen die Vertreter der 15 Mitgliedstaaten am Donnerstag in New York zusammen, um in geheimer Abstimmung eine erste Bewertung der bislang zwölf Kandidaten abzugeben, die sich um die Nachfolge von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bewerben.

"Guterres ist der Mann, den es zu schlagen gilt", sagte ein UNO-Diplomat nach der Abstimmung. Demnach wurde er von zwölf Mitgliedstaaten gut bewertet, Türk erhielt elf positive Einschätzungen, die aus Bulgarien stammende UNESCO-Chefin Irina Bokova neun.

Eine zweite Wahlrunde soll in der kommenden Woche stattfinden. Nach mehreren Wahlgängen wird der Sicherheitsrat dann im Oktober der Vollversammlung einen Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Bans Mandat läuft am 31. Dezember ab.

Mehrere weibliche Kandidaten

"Wir suchen nach jemanden mit ausgeprägten Führungs- und Managementqualitäten", sagte die UNO-Botschafterin der USA, Samantha Power, vor Beginn der geheimen Beratungen.

Insgesamt stellen sich sechs weibliche Kandidaten zur Wahl, unter ihnen auch die neuseeländische Ex-Regierungschefin Helen Clark, die am Donnerstag das viertbeste Ergebnis einfuhr. Acht der zwölf Bewerber stammen aus Osteuropa.

Sollte eine Frau das Rennen machen, wäre dies eine Premiere in der Geschichte der Vereinten Nationen. Auch ein Osteuropäer stand bislang noch nie an der Spitze der UNO. "Es ist höchste Zeit für eine Frau", sagte der britische UNO-Botschafter Matthew Rycroft vor dem ersten Wahlgang. Zugleich gebe es aber auch "sehr, sehr starke" männliche Bewerber.

Der französische UNO-Botschafter François Delattre nannte "Führungsstärke, diplomatisches Geschick und Mehrsprachigkeit" als wichtige Kriterien. Der neue Generalsekretär müsse Entschlossenheit zeigen und eine klare Vorstellung davon haben, wie die UNO in diesen schwierigen Zeigen zu führen sei.

sda-ats

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