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Mario Thürig gibt nach einer Verletzungspause ein Comeback mit einem Sieg am Solothurner Kantonalfest.

Das Schwingen wird athletischer, und damit steigt auch für durchtrainierte Athleten die Verletzungsgefahr. Seit Sonntag und der erfolgreichen Rückkehr von Thürig ist einer weniger im Lazarett.

Der 31-jährige Aargauer Eidgenosse Mario Thürig aus Möriken erlitt im April 2015 die Verletzung, vor der sich die Schwinger aller Stärkeklassen am meisten fürchten: einen Kreuzbandriss. Die Saison war für Thürig vorbei, noch bevor sie begonnen hatte. Auch in diesem Jahr konnte er nicht von Anfang an eingreifen. Dabei lasten auf seinen Schultern viele Erwartungen des eigenen Teilverbandes. Thürig bildet zusammen mit Bruno Gisler und Christoph Bieri das starke Nordwestschweizer Triumvirat, dem man am Eidgenössischen Fest in Estavayer-le-Lac von Ende August viel zutraut.

Das Solothurner Kantonalfest vom letzten Sonntag in Walterswil sollte Thürig eigentlich nur als Vorbereitung dienen. Sein erstes grosses Ziel dieser Saison ist das Aargauer Kantonalfest vom nächsten Sonntag in Lenzburg. Es findet in seiner Heimat statt und wird von seinem Schwingklub organisiert.

Mario Thürig, der Bruder des fünf Jahre älteren, zurückgetretenen Guido Thürig, trumpfte jedoch in Walterswil derart auf, dass er den Vorbereitungsschwinget mit seinem 16. Kranzfestsieg beendete. In fünf Gängen liess er sich die Maximalnote 10 gutschreiben, nur im zweiten Gang musste er stellen.

Während Mario Thürig wieder in alter Stärke auf dem Platz steht, sind andere Koryphäen am Humpeln und Stöhnen. Vom alles überragenden Berner Trio mit den Schwingerkönigen Matthias Sempach und Kilian Wenger sowie dem früheren Kilchberger Sieger Christian Stucki ist in den letzten Wochen und Monaten keiner ungeschoren davongekommen. Sempachs Zwangspause ab Ende Mai 2015 wegen einer gravierenden Fussverletzung erstreckte sich sogar auf rund ein Jahr. Wenger musste unlängst wegen Rückenproblemen eine Pause einlegen. Stucki, an einer Schambeinverletzung leidend, will demnächst wieder mit den Wettkämpfen beginnen.

Für den Schwyzer Veteranen Martin Grab, der in Estavayer unbedingt seinen siebten eidgenössischen Kranz in Empfang nehmen will, begann ein Wettlauf mit der Zeit, als er sich Anfang Mai am Schwyzer Kantonalfest in Schindellegi einen Innenbandabriss am rechten Knie zuzog. Er will rechtzeitig zurückkommen, damit es ihm für eine vernünftige Vorbereitung auf das Eidgenössische reicht.

Das Schwingen ist in den letzten Jahren zunehmend dynamisch und kraftvoll geworden. Die Kräfte, die auf die Gelenke, besonders auf die Knie, wirken, sind enorm. Deshalb sind Bänderverletzungen unter allen Aktiven an der Tagesordnung. Auch die Jungen bleiben nicht verschont. Der 20-jährige, 198 Zentimeter grosse Zuger Pirmin Reichmuth gehört zu den hoffnungsvollsten Youngsters. Er wird in einem Atemzug genannt mit dem Entlebucher Joel Wicki, dem Thurgauer Samuel Giger und dem Schwingerkönigs-Sohn Remo Käser aus dem Bernbiet. Reichmuth wurde auf dem Weg an die Spitze schon zweimal von einem Bänderriss gestoppt. Erst seit rund zwei Monaten kann er wieder schwingen.

sda-ats

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