EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat scharfe Kritik an Impfgegnern geübt. "Während in einigen Teilen der Welt Menschen wegen Impfstoffmangels sterben, bringen manche hier (in Europa) ihr Leben und das Leben anderer in Gefahr, indem sie Impfungen ablehnen".

Das sagte der Luxemburger zum Auftakt des Weltimpfgipfels am Donnerstag in Brüssel. Die Veranstaltung findet vor dem Hintergrund einer Zunahme von Krankheiten wie Masern statt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte in der Region Europa im ersten Halbjahr 2019 rund 90'000 Masernfälle registriert. Das waren bereits mehr als die 84'462 Fälle im gesamten Jahr 2018.

In Europa habe sich die Zahl der durch Masern verursachten Todesfälle versechsfacht, beklagte Kommissionspräsident Juncker. "Und diese Fälle betreffen vor allem nicht geimpfte Menschen." Ausschlaggebend sei ein gewachsenes Misstrauen gegenüber Impfstoffen.

Besonderes Augenmerk lag beim Weltimpfgipfel auf der Verbreitung von Fehlinformationen. Lügen über Impfstoffe würden sich in Europa, den USA und Kanada aber auch in Ländern wie Pakistan oder der Demokratischen Republik Kongo verbreiten, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das behindere auch "den Kampf gegen Kinderlähmung, Ebola und andere Krankheiten, denen mit Impfstoffen begegnet werden kann".

EU und WHO arbeiten deshalb mit digitalen Plattformen und sozialen Netzwerken zusammen, um Desinformation im Zusammenhang mit Impfstoffen entgegenzuwirken. Ghebreyesus nannte die beginnende Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Pinterest und Facebook "einen guten Anfang", aber es müsse noch deutlich mehr getan werden.

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