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Der Handel mit Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Geschäftspartner der Schweiz, steckt in einer Krise. Die Exporte nach Deutschland gingen im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 37 Milliarden Franken zurück.

Die Importe aus dem "grossen Kanton im Norden" in die Schweiz sanken derweil um 8,2 Prozent auf 47 Milliarden Franken. Die Summe aus Ein- sowie Ausfuhren reduzierte sich laut einer Mitteilung der Handelskammer Deutschland-Schweiz vom Freitag um rund 7 Prozent auf 84 Milliarden Franken.

Damit liegt der Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen den beiden Ländern nicht nur weit unter dem Rekordjahr 2008, als das Handelsvolumen bei rund 107 Milliarden Franken gelegen hatte, sondern auch unter jenem Wert des Jahres nach der Finanzkrise 2009 von 89 Milliarden Franken.

Nach wie vor hohe Abhängigkeit

Nach Angaben der Handelskammer bleibt Deutschland aber mit Abstand der wichtigste Handelspartner der Eidgenossenschaft. So bezog die Schweiz fast 30 Prozent aller ihrer Importe aus Deutschland. Erst danach folgen die Länder Italien mit einem 10 Prozent-Anteil, Frankreich mit 8 Prozent, China mit 7,4 Prozent und USA mit 7 Prozent.

In der Gegenrichtung bleibt Deutschland mit einem Anteil von 18 Prozent der wichtigste Exportmarkt der Schweiz. Auf den weiteren Plätzen landen die USA mit einem Anteil von 14 Prozent, Frankreich von rund 7 Prozent, Italien von 6,3 Prozent und Grossbritannien mit 5,8 Prozent.

USA und Schwellenländer auf dem Vormarsch

Die klare Verschiebung in den Handelsströmen und damit in den Handelsbeziehungen Deutschland-Schweiz zeigt sich aber nicht nur in der Entwicklung des Jahres 2015, die laut Angaben der Handelskammer auch von der Frankenstärke geprägt war. Bereits seit einigen Jahren gehen nämlich auch die Anteile Deutschlands am Schweizer Aussenhandel zurück.

Im Jahr 2008 hatte der Exportanteil nach Deutschland noch 20,3 Prozent betragen - derzeit sind es wie berichtet noch 18,1 Prozent. Die Erosion des Importanteils verlief von hohen 35 Prozent im Jahr 2008 auf mittlerweile besagte 28,3 Prozent.

Von diesen Entwicklungen haben insbesondere die USA und Schwellenländer wie China profitiert.

sda-ats

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