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Vom vermutlich abgestürzten F/A-18 der Schweizer Luftwaffe fehlte auch am Montagabend noch jede Spur (Archivbild).

Keystone/URS FLUEELER

(sda-ats)

Eine F/A-18 der Schweizer Luftwaffe wird seit Montagnachmittag vermisst. Die Maschine ist mit grosser Wahrscheinlichkeit im Gebiet des Sustenpasses abgestürzt. Über das Schicksal des Piloten war am Abend noch nichts bekannt.

Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg sagte vor den Medien in Bern, er sei tief betroffen. Seine Gedanken seien beim Piloten und dessen Angehörigen. Die Familie werde betreut. Zum Alter des Piloten und dessen Flugangaben wollte sich der Luftwaffenkommandant nicht äussern, solange der Pilot noch vermisst wird. Zur Frage nach dessen Überlebenschancen sagte Schellenberg: "Wir hoffen und beten."

Die Suche wurde laut dem Verteidigungsdepartement unverzüglich eingeleitet. Wegen des schlechten Wetters war am Montag jedoch keine Suche aus der Luft möglich. Eine Suchkolonne war zu Fuss unterwegs. Das Suchgebiet konnte aufgrund von Signalen eingegrenzt werden. Näheres dazu gab Schellenberg nicht bekannt. Sowohl das Flugzeug als auch der Schleudersitz des Piloten und dieser selbst seien mit Sendern ausgestattet, erklärte F/A-18 Pilot Pierre de Goumoëns.

Minuten nach dem Start

Das Flugzeug war um 16.01 Uhr in Meiringen BE gestartet. Zunächst verlief der Funkverkehr laut Schellenberg normal, der Pilot meldete sich auf einen ersten Aufruf. Um 16.05 Uhr verlor die Einsatzzentrale dann den Kontakt zum Piloten, der sich auf den zweiten Aufruf nicht mehr meldete.

Die betroffene Maschine war 15 Sekunden nach einer anderen gestartet. Geplant war ein Trainingsflug in der Patrouille: Die beiden F/A-18-Hornets sollten den Luftkampf gegen einen F-5-Tiger trainieren.

Wegen einer Wolkendecke hatten die beiden F/A-18-Piloten keinen Sichtkontakt. Sie flogen nach Instrumentenflugregeln. Zum Zeitpunkt des Verschwindens der Maschine gab es im Gebiet eine Wolkenschicht mit einer Untergrenze von 1000 Metern und einer Obergrenze von 9000 Metern. Die Wetterlage war laut de Goumoëns aber nicht gravierend.

"Ich erkenne kein Muster"

Mit dem Verlust des Einsitzers verbleiben der Luftwaffe von den ursprünglich 34 noch 30 F/A-18, 25 Einsitzer und 5 Doppelsitzer. Der Verlust einer weiteren Maschine sei schmerzhaft, sagte Schellenberg. Zwar sei der Luftpolizeidienst sichergestellt, auch am geplanten Aufbau eines Polizeidienstes rund um die Uhr ändere sich nichts. Die Durchhaltefähigkeit sei nun aber zusätzlich eingeschränkt worden.

Die Häufung von Unfällen mache ihn nachdenklich, sagte der Luftwaffenkommandant weiter. "Ich erkenne kein Muster", stellte er fest. Ob es einen versteckten Zusammenhang gebe, müsse analysiert werden. Über die gesamte Zeitperiode von 19 Jahren sei die Ausfallquote bei den F/A-18 indes nicht überdurchschnittlich.

Drei Unfälle in kurzer Zeit

Erst vergangenen Oktober war eine zweisitzige F/A-18 im gemeinsamen Trainingsraum mit Frankreich südöstlich von Besançon abgestürzt. Der Pilot wurde dabei verletzt. Im Oktober 2013 zerschellte im Raum Alpnachstad im Kanton Obwalden eine zweisitzige F/A-18. Der Pilot und sein Passagier, ein Arzt des Fliegerärztlichen Instituts, kamen ums Leben. Im April 1998 waren beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets bei Crans VS beide Insassen getötet worden.

Im Juni des laufenden Jahres stürzte zudem ein F5-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse in der Nähe des Militärflugplatzes Leeuwarden in den Niederlanden ab, nachdem sich zwei Jets bei einem Trainingsflug touchiert hatten. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.

sda-ats

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