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Fünf Punkte fehlen Roger Federer am Ende des vierten Satzes zum elften Finaleinzug in Wimbledon. Nach der Niederlage gegen Milos Raonic zeigt er sich deshalb gleichzeitig überrascht und enttäuscht.

Roger Federer, wie stufen Sie Ihre heutige Leistung ein?

"Sie war ok. Nicht schlecht, nicht herausragend. Ich kann mit meiner Leistung leben."

Es ist ungewöhnlich, dass Sie ein Game wie im vierten Satz, bei 5:6 und 40:0, noch verlieren. Was ist da passiert?

"Ich weiss es nicht. Irgend etwas ging schief. Es ist für mich nicht erklärbar, wie ich da zwei Doppelfehler machen konnte. Das macht mich sehr traurig und wütend auf mich selber. Er hat sich den Sieg verdient, aber ich habe ihm so viel geholfen in diesem Game. Das Tiebreak wäre natürlich hart geworden, aber ich hätte es gerne gesehen, denn ich war in diesem Satz der bessere Spieler."

Im fünften Satz sind Sie gestürtzt. Wie schlimm haben Sie sich da verletzt?

"Ich weiss es noch nicht. Ich falle ja eigentlich nie hart, deshalb bin ich im ersten Moment einfach erschrocken. Ich weiss gar nicht genau, wie und was passiert ist. Ich brauchte einfach etwas Zeit, aber ich spürte dann, dass mir nichts weh tut und ich konnte ja dann auch mehr oder wenig normal weiterspielen. Es war einfach eine grosse Angst da, und du verlierst etwas das Selbstvertrauen in deine Bewegungen. Ich denke, ich sollte ok sein, aber morgen (am Samstag; d. Red.) werde ich mehr wissen. Dann kann ich auch mein weiteres Programm planen."

Sie sind nach dem bisher schwierigen Jahr mit nicht so hohen Erwartungen ins Turnier gestartet. Haben sie sich selber überrascht mit dem Halbfinal?

"Leider überwiegt im Moment die Frustration darüber, dass ich den Sieg nicht heimgebracht habe. Ich war so nahe dran. Vielleicht habe ich ja gegen Cilic (im Viertelfinal gewann Federer gegen Cilic nach Abwehr von drei Matchbällen; d. Red.) zu viel Glück aufgebraucht."

Welche Bilanz ziehen Sie nach dem Turnier?

"Positiv ist sicher, dass ich zweimal über fünf Sätze gut durchgekommen bin. Das ist für den weiteren Verlauf der Saison wichtig, wenn ich mich heute nichts zugezogen habe. Alleine durch das Spielen bin ich stärker geworden. Ich habe noch viele Mängel im Tennis- wie auch im explosiven Bereich, deshalb bin ich so überrascht, dass ich iso weit gekommen bin. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so fit bin, dass ich genügend schnell bin und dass ich so viel Pfupf habe, um fünf Sätze zu spielen und dreinhalb Stunden lang erste Aufschläge reinzuhausen. Ich weiss, dass ich noch viel besser spielen kann und hoffe, wieder auf dieses Level zu kommen. Bis zum US Open oder von mir aus auch später."

Wie stufen Sie nach diesem Jahr Ihre Chancen ein, den Traum vom achten Wimbledontitel noch wahrzumachen?

"Während ich im Turnier bin, ist es natürlich mein Traum zu gewinnen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich Tennis spiele. Wimbledon ist wichtig, aber ich aber es ist nicht alles. Ich möchte noch viel mehr erreichen ausser hier zu gewinnen. Aber damit das auch klar ist: Ja, ich hoffe, dass ich wieder auf diesen Centre Court zurückkehre."

sda-ats

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