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Polizisten vor dem Einkaufszentrum in Bremen, das wegen eines befürchteten Amoklaufs vorübergehend geräumt wurde.

KEYSTONE/EPA DPA/INGO WAGNER

(sda-ats)

Ein flüchtiger Psychiatriepatient hat in Bremen wegen einer möglichen Bedrohungslage einen grösseren Polizeieinsatz ausgelöst. Von dem jungen Mann war aber keine Gefahr ausgegangen.

Beamte hatten am Mittwoch nach eigenen Angaben ein Einkaufszentrum geräumt, in dem sich der 19-Jährige zeitweise aufhielt. Zuvor hatte er demnach Äusserungen gemacht, die sich auf den Münchener Amoklauf und Anschläge bezogen.

Einsatzkräfte der Bundespolizei nahmen den Algerier am Abend am Bremer Hauptbahnhof in Gewahrsam. Dort wollte er nach Erkenntnissen der Ermittler offenbar per Zug zurück in den niedersächsischen Ort Bassum fahren, in dem die Psychiatrie liegt, aus der er am Nachmittag geflüchtet war.

Gefährdungsverdacht entkräftet

Nach Angaben der für den Fall zuständigen Polizei in Diepholz entkräftete sich jeder Gefährdungs- oder sogar Extremismusverdacht in den folgenden Vernehmungen. "Die Vermutung einer Fremd- oder Eigengefährdung bestätigte sich dabei nicht mehr", teilten die Beamten in Bremen am Donnerstag mit. Die Aussagen des Manns seien nach dessen glaubwürdigen Angaben in Momenten starker Erregung gefallen.

In dem Einkaufszentrum seien weder Sprengstoff noch andere gefährlichen Gegenstände gefunden worden, ergänzte ein Sprecher der Bremer Polizei am Donnerstag. Bereits zuvor hatten die Beamten mitgeteilt, dass die Evakuierung "ohne Zwischenfälle" verlaufen sei.

Wie die Beamten in Diepholz mitteilten, wurde der Mann inzwischen entlassen. Er war demnach ursprünglich am Sonntag aufgrund eines richterlichen Beschlusses in die Psychiatrie in Bassum eingewiesen worden, nachdem er wegen Hausfriedensbruchs und Diebstahls in Gewahrsam genommen worden war und sich währenddessen selbst verletzt hatte. Bereits am Mittwochnachmittag wurde der Unterbringungsbeschluss aber aufgehoben.

Gegenüber den Beamten hatte er demnach anfangs unter anderem auch Äusserungen mit Blick auf den Amoklauf von München und Anschläge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gemacht. Bei seiner Flucht aus der Psychiatrie am Mittwoch rief er einer ihm nacheilenden Ärztin ferner zu: "Ich sprenge Euch in die Luft." Daher sei zunächst von möglicher "Eigen- und Fremdgefährdung" ausgegangen worden, erklärten die Beamten.

"Geordnete Suche"

"Weder seine psychische Verfassung noch seine etwaigen Reaktionen beziehungsweise. Handlungen waren abschätzbar", erklärten die Beamten in Diepholz. In solchen Situationen würden "polizeiliche Standardmassnahmen" eingeleitet, bis jedes Risiko ausgeschlossen werden könne.

Die Evakuierung sei eingeleitet worden, weil eine "geordnete Suche" nach dem Verdächtigen und eventuell von diesem deponierten Gegenständen unmöglich gewesen wäre, erklärten die Beamten. Auch sollten keine Unbeteiligten gefährdet werden.

sda-ats

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