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Virginia Raggi hat laut Nachwahlbefragungen bei der Bürgermeisterwahl in Rom am meisten Stimmen geholt: Für eine Mehrheit reichte es der Vertreterin der Bewegung Fünf Sterne indes nicht. Es kommt voraussichtlich zu einer Stichwahl.

KEYSTONE/AP ANSA/ALESSANDRO DI MEO

(sda-ats)

Bei der Bürgermeisterwahl in Rom ist die Kandidatin der Bewegung Fünf Sterne, Virginia Raggi, offenbar als Siegerin aus der ersten Wahlrunde hervorgegangen. Laut Nachwahlbefragungen vom späten Sonntagabend errang sie zwischen 33 und 38 Prozent der Stimmen.

Die 37-jährige Rechtsanwältin Raggi geht damit als Favoritin in die Stichwahl am 19. Juni. Das zweitbeste Ergebnis errang den Umfragen der Fernsehsender Rai und La7 zufolge mit 20 bis 26 Prozent Robert Giachetti. Dieser gehört der Demokratischen Partei (PD) von Italiens Regierungschef Matteo Renzi an.

Rom wird seit dem Rücktritt des Bürgermeisters Ignazio Marino, der Ende vergangenen Jahres wegen eines Spesenskandals seinen Hut nahm, kommissarisch regiert. Italiens Hauptstadt ist hoch verschuldet, die Infrastruktur sanierungsbedürftig und der Nahverkehr höchst ineffizient.

In Italiens zweitgrösster Stadt Mailand lag PD-Kandidat Giuseppe Sala laut Nachwahlbefragungen knapp vor dem Kandidaten der Rechten. In Neapel könnte Amtsinhaber Luigi di Magistris von der regierungskritischen Linkspartei bereits im ersten Wahlgang die Wiederwahl schaffen.

Test für Renzi

Die von dem Ex-Komiker Beppe Grillo als Protestbewegung gegründete Partei Fünf Sterne erhoffte sich von den Kommunalwahlen und insbesondere dem Ergebnis in Rom einen Schub für die Etablierung als grösste Oppositionspartei. Spätestens im Juni 2018 finden Parlamentswahlen in Italien statt.

Obwohl seine Partei wichtige Rathäuser verlieren könnte, betonte Regierungschef Renzi im Vorfeld der Kommunalwahl, dass es sich nicht um eine Abstimmung über die Regierung handle. Um seine Gelassenheit zu demonstrieren, stattete der 41-Jährige am Wahltag der italienischen Fussball-Nationalmannschaft einen Besuch ab, um ihr Erfolg bei der Europameisterschaft zu wünschen.

Wahlen in 1300 Gemeinden

In Italien wurden am Sonntag in insgesamt 1300 Kommunen neue Gemeinderäte gewählt. Mehr als 13 Millionen Bürger waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Teilwahlen galten als Test für Renzis Regierung.

Renzi hat seine politische Zukunft an ein Referendum über eine weitreichende Verfassungsreform geknüpft, das im Oktober stattfinden soll. Deren Ziel ist es, die Zuständigkeiten des Senats stark zu beschränken, um die Gesetzgebung zu beschleunigen und zu vereinfachen und so für mehr politische Stabilität im Land zu sorgen. Die Reform gilt als wichtigste Verfassungsänderung in Italien seit 1945.

sda-ats

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