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Matthias Kamber ist Direktor von Antidoping Schweiz und der oberste Experte in Sachen Dopingbekämpfung in unserem Land. Kamber zeigt sich enttäuscht über den Entscheid, Russen in Rio zuzulassen.

Und kaum einer ist besser berufen, kompetent den Entscheid des IOC zu beurteilen, allfällige einzelne Ausschlüsse von russischen Athletinnen und Athleten für die Olympischen Spiele ganz den Welt-Fachverbänden zu überlassen. Der 62-jährige Berner schätzt auch die Tragweite des IOC-Entscheids im Hinblick auf den Kampf gegen Doping in den nächsten Jahren ab.

Matthias Kamber äussert sich in klaren Worten: "Ich finde diese Entscheidung mutlos und enttäuschend. Russland hat mit seinem staatlich unterstützten Dopingsystem über Jahre gegen jegliche internationalen Abkommen und Verpflichtungen zur Dopingbekämpfung verstossen. Der Entscheid des IOC ist ein grosser Rückschritt für saubere Athletinnen und Athleten wie auch für Whistleblowers. Sie werden sich betrogen vorkommen müssen. Es wird nun für eine nationale Anti-Doping-Agentur noch schwieriger werden, eine konsequente und glaubhafte Dopingbekämpfung aufrechtzuerhalten und zu begründen."

Am Sonntag hat das IOC beschlossen, russische Sportler trotz aller Dopingskandale in der Heimat an den Sommerspielen in Rio zuzulassen, wenn sie strenge Auflagen erfüllen und noch nie positiv getestet worden sind.

sda-ats

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