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In Genua zogen mehr als 2000 Menschen durch die Stadt.

KEYSTONE/EPA ANSA/LUCA ZENNARO

(sda-ats)

Tausende Menschen haben am Samstag an Gay-Pride-Paraden in mehreren Städten Italiens teilgenommen und dabei auch der Opfer des Terroranschlags auf einen Schwulenclub in den USA gedacht. In Bulgarien demonstrierten Lesben und Schwule unter Polizeischutz.

In der norditalienischen Hafenstadt Genua zogen mehr als 2000 Menschen durch die Stadt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Veranstalter gaben die Teilnehmerzahl auf Twitter mit mehr als 5000 an.

Im Stadtzentrum hielt der Zug an, die Musik verstummte und die Namen der 49 Opfer des Anschlags vom vergangenen Wochenende wurden verlesen. Es folgten ein langer Applaus sowie eine Schweigeminute.

Auch in Florenz in der Toskana und in Treviso im Nordosten des Landes zogen Tausende durch die Strassen. Bei dem Umzug in Florenz mischten sich auch etliche Touristen und Schaulustige unter die Teilnehmer, so dass die Menschenmenge auf bis zu 30'000 angewachsen sein soll, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die dortigen Organisatoren weiter meldete.

In der Nacht zum Sonntag vor einer Woche hatte ein islamistischer Attentäter in einem Schwulen-Club in Orlando in Florida 49 Menschen getötet und 53 weitere verletzt.

Parade unter Polizeischutz

In Bulgarien demonstrierten Schwule und Lesben trotz des Widerstands der Orthodoxen Kirche und von Nationalisten unter Polizeischutz für gleiche Rechte. Mit Regenbogenfahnen versammelten sich am Samstag Hunderte Personen am Denkmal der Roten Armee in der Hauptstadt Sofia, um mehr Toleranz mit sexuellen Minderheiten zu fordern.

Die Schwulen- und Lesbengemeinschaften stossen in dem Balkanland oft auf Unverständnis und Ablehnung und berichten von Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Ein grosses Polizeiaufgebot übernahm den Schutz der nachfolgenden Gay-Pride-Parade, um Zusammenstösse mit Nationalisten zu verhindern. Anhänger nationalistischer Gruppierungen zogen unter dem Motto: "Lasst uns die Kinder vor der Unzucht schützen" durch die Stadt.

Auch Bulgariens Orthodoxe Kirche widersetzte sich der Gay-Prise-Parade, die in diesem Jahr auf einen orthodoxen Tag der Toten fiel. Das Kirchenoberhaupt Patriarch Neofit verurteilte die Aktion als einen Versuch, einen "sündenhaften Trend als Norm darzustellen und unserer Gesellschaft aufzuzwingen".

sda-ats

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