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Gelson Fernandes glaubt nicht daran, dass sich die Geschichte wiederholt und die Schweiz am Sonntag gegen Frankreich wie an der WM 2014 klar verliert. "Wir haben zwei Jahre mehr Erfahrung."

Zwei Tage vor dem Spiel gegen Frankreich war Gelson Fernandes ein beliebter Gesprächspartner bei den Medien. Als Ligue-1-Professional bei Rennes kennt er den französischen Fussball - und musste nun zwei Jahre lang mit der Schmach der 2:5-Niederlage an der WM-Endrunde 2014 in Brasilien leben. "Die Mitspieler und Menschen in Rennes haben mich immer wieder darauf angesprochen. Es war für sie ein beliebtes Thema."

Ein Thema war dieses Spiel von damals auch jetzt unter den Schweizer Spielern wieder. Ausser dem nicht aufgebotenen Gökhan Inler und dem aus dem Nationalteam zurückgetretenen Torhüter Diego Benaglio sind alle, die damals in Salvador zu Beginn auf dem Platz standen, auch an der EM wieder dabei. "Frankreich war spielerisch besser, sie waren schneller", sagte Fernandes.

Er hofft, dass die Schweiz am Sonntag beweisen kann, dass sie sich seither gesteigert hat. "Wir haben mehr Erfahrung. Wir werden sehen, wo wir nun im Vergleich mit den Besten stehen." Fernandes kündigte ein forsches Schweizer Team an. "Wir spekulieren nicht auf ein Unentschieden. Wir werden mit Herz und Enthusiasmus spielen und angreifen."

Fernandes erwartet ein weiteres enges Spiel an dieser EM. "Die Mannschaften sind sehr eng zusammen. Auch Frankreich hat seine beiden Spiele erst in den Schlussminuten gewonnen." Das zeige aber auch, wie stark die Mannschaft sei. "Das Publikum hat hohe Erwartungen. Die Mannschaft hält dem grossen Druck stand und erzwingt das Glück." Allerdings seien die späten Tore auch auf die Breite des Kaders zurückzuführen. "Nicht jeder Trainer kann in der Schlussphase noch Leute wie Martial, Griezmann oder Pogba bringen."

Dass Pogba wegen seiner abschätzigen Geste gegen die Journalisten zu einem medialen Thema wurde, überrascht Fernandes nicht. "Er ist ein wichtiger Spieler, der Druck ist immens. Dass das Land in einer schwierigen Situation ist, hilft auch nicht. Gerade jetzt wird vom Team in Frankreich enorm viel erwartet."

Auch die Leistungen des zweifachen Torschützen Dimitri Payet erstaunen Fernandes nicht. Er kennt den 29-jährigen Stürmer aus gemeinsamen Tagen bei St-Etienne. "Er hat herausragende Qualitäten und er arbeitet jeden Tag sehr hart. Ich habe das im Klub selber erlebt."

Mit den Leistungen der Schweiz ist Fernandes bei vier Punkten selbstredend zufrieden. Eine Steigerung sei noch immer möglich, aber im Spiel gegen Rumänien habe man vieles abrufen können. "Wir haben dominiert und in schwierigen Phase als Team gut funktioniert." Vor allem Granit Xhaka habe im Zentrum bewiesen, dass er "eine neue Dimension" erreicht habe.

Fernandes glaubt nicht, dass Petkovic ausgerechnet gegen Frankreich auf Granit Xhaka verzichten wird, weil dieser nach der nächsten Verwarnung gesperrt würde. "Als Trainer würde ich die besten elf bringen, denn wir sind noch nicht für die Achtelfinals qualifiziert." Vorbelastet sind neben Xhaka auch Fabian Schär, Valon Behrami und Breel Embolo.

sda-ats

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