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Für Georg Kohler, den ehemaligen Zürcher Professor für politische Philosophie, kann es keine Obergrenze für Flüchtlinge geben. Im Bild: Flüchtlinge aus Eritrea in einem Park von Como. (Archivbild)

Keystone/KEYSTONE/TI-PRESS/FRANCESCA AGOSTA

(sda-ats)

Die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen, entspricht nicht "unserer Wertewelt", sagt der ehemalige Professor für politische Philosophie, Georg Kohler. Deren Integration bezeichnet der 71-Jährige als Riesenaufgabe: Gelinge sie nicht, drohe ein "Kampf aller gegen alle".

Für Flüchtlinge "kann es keine Obergrenze geben", sagte Kohler in einem Interview, das die Zürcher Regionalzeitungen am Mittwoch publizierten. Denn Flüchtlinge seien nach völkerrechtlicher Definition an Leib und Leben bedroht. Es gehöre zu unserem Grundkonsens, "dass man ihnen hilft, auch wenn es viele sind".

Unter den Flüchtlingen gebe es auch Personen, die terroristische Neigungen hätten und instrumentalisiert würden, sagte Kohler. Aber das müsse und könne man in Kauf nehmen. "Es ist der Preis unserer eigenen Grundprinzipien, an denen wir unbedingt festhalten sollten."

Die Integrationsbemühungen müssen laut Kohler aber verstärkt werden. "Wenn wir nichts machen, zahlen wir einen hohen Preis". Das könne in eine bürgerkriegsähnliche Situation münden. Gerade die Kompatibilität der christlichen und muslimischen Kulturen erachtet Kohler als grosse Herausforderung.

"Der muslimische Anspruch, eine ganze Lebenswelt kontrollieren zu können, passt nicht in unsere Gesellschaft", sagte Kohler gegenüber den Zürcher Regionalzeitungen. "Der Muslim muss sich anpassen - oder sich zurückziehen in ein Kloster." Wie beim Christentum sei die Trennung von Kirche und Staat nötig.

Georg Kohler ist emeritierter Professor für politische Philosophie. Er lehrte von 1994 bis 2010 an der Universität Zürich.

sda-ats

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