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Die Krankenkassengruppe Sanitas hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen rückläufiger Kapitalerträge einen Gewinneinbruch um 81 Prozent auf 19 Millionen Franken erlitten. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen brach 2015 um 94 Prozent auf 7,2 Millionen Franken ein.

Hauptursache für diesen massiven Rückgang - trotz der Auflösung einer Rückstellung von rund 33 Millionen Franken - war laut einer Mitteilung der Gesellschaft vom Donnerstag das schwierige Umfeld an den Finanzmärkten.

Heraus sticht dabei vor allem der erhöhte Aufwand bei derivativen Finanzinstrumenten. Dahinter verbergen sich normalerweise komplexe Anlagevehikel - die Gesellschaft spricht auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda aber in diesem Zusammenhang von Absicherungsgeschäften etwa bei Währungen.

Kapitalmärkte sind Schuld

Diese Anlageklasse hat der Sanitas-Gruppe 2015 zwar eine Ertragssteigerung von 225 Millionen Franken nach 47 Millionen Franken im Vorjahr beschert. Allerdings erhöhte sich gleichzeitig der Aufwand bei dieser Assetkategorie auf 250 Millionen Franken nach 63 Millionen Franken im Jahr 2014. Damit resultierte also bei dieser Anlageart letztlich ein Minus von 25 Millionen Franken.

Zudem sah es 2015 bei Aktienanlagen für die Gruppe nicht so rosig als auch schon aus. Die Erträge aus Aktien uns ähnlichen Anlagen reduzierten sich um hohe 41 Prozent auf 58 Millionen Franken, wofür die Krankenkasse die Schuld den Entwicklungen an den Börsen gibt.

Im versicherungstechnischen Bereich lief es für die Sanitas aber deutlich besser, obwohl der Betriebsaufwand im vergangen Geschäftsjahr um rund 10 Prozent auf 216 Millionen Franken stieg. So erreichte die Gruppe im Bereich der Grundversicherung versicherungstechnisch eine schwarze Null, was genau der gesetzlichen Vorgabe entspricht.

Kundenschwund in der Grundversicherung

Der Spartengewinn im obligatorischen Bereich lag in etwa auf Vorjahresniveau bei rund 22 Millionen Franken. Allerdings kehrten der Krankenkassengruppe im vergangenen Jahr 1 Prozent der Grundversicherten den Rücken. Nunmehr zählt die obligatorische Grundversicherung noch rund 526'000 Kunden.

In der Zusatzversicherung stieg dagegen die Zahl der Versicherten um 0,4 Prozent auf rund 650'000. Der kombinierte Schaden-Kosten-Satz in diesem Bereich betrug laut Firmenangaben rund 97 Prozent und liegt damit unter der Marke von 100 Prozent, ab der eine Gesellschaft versicherungstechnisch kein Geld mehr verdient. Für das Vorjahr hatte der Konzern Vergleichswerte von 114 Prozent beziehungsweise um Sondereffekte bereinigt von rund 98 Prozent ausgewiesen. Im Jahr 2013 kam Sanitas noch auf gute 89,0 Prozent.

Unter dem Strich ging der Spartengewinn im Segment mit Zusatzversicherung, also dort, wo die Gesellschaft eigentlich unbegrenzt Gewinn erwirtschaften dürfte, allerdings um fast 100 Prozent auf lediglich 3 Millionen Franken zurück. Dies war wiederum vorwiegend den Resultaten bei den Kapitalanlagen geschuldet. In diesem Segment gab es bei den Kapitalerträgen nämlich sogar einen Verlust von rund 4 Millionen Franken - nach einem Gewinn von 105 Millionen Franken im Vorjahr.

Die Sanitas hob in ihrem Communiqué zum Jahresabschluss trotz aller negativen Effekte ihre solide Finanzbasis hervor. So erhöhte sich beispielsweise das Eigenkapital der Gruppe 2015 um 2,5 Prozent auf rund 754 Millionen Franken.

sda-ats

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