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Die Erleichterung, das grosse Ziel Olympiasieg erreicht zu haben, ist bei den Ruderern des Schweizer Leichtgewichts-Vierers riesig. Es sei das härteste Rennen ihres Lebens gewesen.

Sie waren die grossen Favoriten, aber sie hielten dem Druck stand. Mario Gyr, Simon Schürch, Simon Niepmann und Lucas Tramèr fuhren in Rio de Janeiro souverän zum Olympiasieg. "Den Druck macht man sich immer selber", sagte Gyr nach der Goldfahrt.

"Wenn in einer Umfrage 98 Prozent von allen Schweizern verlangen, dass wir eine Medaille gewinnen, und davon 90 Prozent Gold, dann ist es nicht einfach. Man macht sich entweder kaputt oder hat selber den Anspruch, das zu erfüllen. Diesen Anspruch an uns selbst hatten wir schon lange", fuhr der 31-Jährige aus Luzern fort.

Nach der Enttäuschung von London (5. Rang) hätten sie sich gesagt, entweder richtig oder gar nicht. Gyr: "Man hat es heute gesehen: Das Team, das es am meisten wollte, konnte auf den letzten 500 Metern noch einmal richtig gehen. Wir waren im Ziel völlig ausgepumpt, es war das härteste Rennen in unserem Leben. Aber es hat sich gelohnt. Olympiasieger wird man nicht alle Jahre."

Das Rennen selbst verlief für das Quartett wunschgemäss. Die Bedingungen mit Gegen- und Seitenwind waren zwar erneut nicht einfach. Die Schweizer meisterten aber auch diese zusätzliche Schwierigkeit wohl so gut wie kein anderes der sechs Boote im Final. "Schliesslich ging es darum, wer am besten damit zurecht kommt. Wir sagten uns, auch nach London, bei allen Bedingungen gewinnen zu wollen."

Endgültig vergessen war auch der 3. Rang im Vorlauf. Das sei ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt gewesen. Und Gyr ergänzte: "Es ist ein Fakt, dass der Schweizer Vierer von allen Finalisten im Vorlauf am meisten Energie gespart hat. Darum konnten wir im Halbfinal und im Final auf den zweiten 1000 Metern eine Bombe zünden."

Nach Jahren des Leidens mit unzähligen überaus harten Trainingseinheiten ernteten die vier den verdienten Lohn. "Es ist immer einfach, ein Team zu sein, wenn man gewinnt. Erst in der Niederlage sieht man, wer ein Team ist. Als es im Vorlauf nicht so lief, wussten wir, was wir falsch gemacht hatten und konnten es umdrehen. Das ist eine Charakterfrage", erzählt Gyr von den Vorzügen des Schweizer Paradebootes.

Jetzt, nach dem Gewinn der Goldmedaille, lassen sich die Goldjungs erst einmal gehen. Nochmals Gyr: "Zuerst feiern wir einmal. Wir wissen von London, dass die Ruderer sehr gut feiern können. Das haben wir uns verdient. Dann feiern wir nochmals und nochmals ..."

sda-ats

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