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Lewis Hamilton feiert im GP von Österreich seinen 46. Sieg nach einem dramatischen Finale. In der letzten Runde crasht er mit Nico Rosberg, der in der WM noch mit 153:142 Punkten führt.

Bis zur letzten der 71 Runden sah es auf dem Red-Bull-Ring nach dem 24. Doppelsieg für Mercedes aus und damit der Egalisierung des Rekordes der Ferrari-Fahrer Michael Schumacher/Rubens Barrichello. Doch der in Führung liegende Rosberg und der dreifache Weltmeister Hamilton fuhren sich wie schon im GP von Spanien gegenseitig ins Auto. In Montmelo war eindeutig Hamilton der Schuldige gewesen, in Spielberg gehörte der "Schwarze Peter" dem Deutschen.

Da der 31-jährige Rosberg wegen überhitzter Bremsen früher bremsen musste, wollte der gleichaltrige Hamilton die Gelegenheit nutzen, aussen vorbeizukommen. Rosberg, der seinen dritten Sieg in Serie in der Steiermark verpasste, liess dies aber nicht zu und so kam es zum dritten internen Crash. Diesmal gipfelte das Manöver aber nicht in einem Doppel-Ausfall wie vor knapp zwei Monaten in Spanien und 2014 in Spa-Francorchamps.

Pfiffe für Hamilton

Der aus der Pole-Position gestartete Hamilton, der an der Siegerehrung ausgepfiffen wurde, war sich überhaupt keiner Schuld bewusst: "Nico machte einen Fehler. Ich liess ihm allen Platz der Welt, aber er ist mir ins Auto gefahren." Rosbergs Aussage: "Trotz der überhitzten Bremen war ich mir sicher, dass ich den Sieg ins Ziel retten kann." Auch die Rennkommissäre untersuchten den Fall und entschieden nach mehr als dreistündigen Diskussionen, gegen Rosberg eine 10-Sekunden-Strafe, eine Verwarnung und zwei Strafpunkte im "Sündenregister" auszusprechen.

Rosberg fiel mit kaputtem Front aus den Podesträngen, sein nach der Strafe von 16 auf 26 Sekunden angewachsener Rückstand reichte aber trotzdem noch zum 4. Rang, vier Sekunden vor Daniel Ricciardo im Red Bull-Renault. Hamilton rettete mit dem weniger beschädigten Auto noch fünf Sekunden Vorsprung auf Max Verstappen ins Ziel. Der niederländische Jungstar von Red Bull-Renault verwies Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen um 0,305 Sekunden auf Platz 3.

Der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel erlitt ausgerechnet an seinem 29. Geburtstag einen grossen Rückschlag im Titelkampf. Der Wahlschweizer zögerte seinen ersten Boxenstopp zu lange hinaus, bis an seinem Ferrari in der 27. von 71 Runden auf der Zielgeraden in Führung liegend der rechte Supersoft-Hinterreifen explodierte.

Manor nun vor Sauber

Trotz finanziell wieder besserer Perspektiven bedeutete der GP von Österreich für den Hinwiler Rennstall Sauber-Ferrari wegen Pascal Wehrleins 10. Rang ein Tiefschlag.

Schon das Qualifying war zum Vergessen. Marcus Ericsson und Felipe Nasr waren am Samstag die Langsamsten im ganzen Feld. Der Schwede konnte wegen diverser Rückversetzungen dann von Position 18 losfahren. Der Brasilianer erbte Platz 20, weil mit Felipe Massa und Daniil Kwjat zwei Fahrer aus der Boxengasse starten mussten.

Nasr, der im vergangenen Oktober letztmals WM-Punkte für Sauber erobert (9. im GP der USA in Austin) hatte, fuhr ein tapferes Rennen, klassierte sich mit der Einstopp-Strategie aber nur auf dem 13. Platz, zwei Positionen vor Ericsson.

Weit schlimmer als das Resultat könnte aber Pascal Wehrleins erster WM-Punkt für das Manor-Mercedes-Team sein. Dank des 10. Ranges des Deutschen verdrängte Manor den viertältesten Formel-1-Rennstall in der Teamwertung auf den 11. und letzten Platz. Nur die ersten zehn profitieren Ende Saison vom Millionen-Topf von Bernie Ecclestone.

Bleibt nur die Hoffnung, dass es für Sauber in den letzten zwölf Rennen irgendwie zu WM-Punkten reicht. Die nächste Gelegenheit bietet sich in einer Woche in Silverstone. Dann sollen am bisher 2016 noch nie modifizierten Auto ein neuer Turbolader und ein neuer Heckflügel für Besserung sorgen.

Spielberg (AUT). Grand Prix von Österreich (71 Runden à 4,326 km/307,02 km ): 1. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 1:27:38,107 (210,203 km/h). 2. Max Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 5,719 Sekunden zurück. 3. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 6,024. 4.* Nico Rosberg (GER), Mercedes, 26,710. 5. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 30,981. 6. Jenson Button (GBR), McLaren-Honda, 37,706. 7. Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari, 44,668. 8 Carlos Sainz (ESP), Toro Rosso-Ferrari, 47,400. 9. eine Runde zurück: Valtteri Bottas (FIN), Williams-Mercedes. 10. Pascal Wehrlein (GER), Manor-Mercedes. 11. Esteban Gutierrez (MEX), Haas-Ferrari. 12. Jolyon Palmer (GBR), Renault. 13. Felipe Nasr (BRA), Sauber-Ferrari. 14. Kevin Magnussen (DEN), Renault. 15. Marcus Ericsson (SWE). 16. Rio Haryanto (INA), Manor-Mercedes. 17. nicht im Ziel: Sergio Perez (MEX), Force India-Mercedes. *= 10-Sekunden-Strafe nach Crash mit Hamilton. - Schnellste Runde (67.): Hamilton in 1:08,411 (227,647 km/h). - 22 Fahrer gestartet, 16 im Ziel, 17 klassiert.

Ausfälle: Daniil Kwjat (RUS), Toro Rosso-Ferrari (1. Runde/22. Platz): Unfahrbares Auto nach Unfall im Qualifying. Sebastian Vettel (GER), Ferrari (26./1.): Reifenschaden. Felipe Massa (BRA), Williams-Mercedes (63./8.): Vibrationen. Nico Hülkenberg (GER), Force India-Mercedes (64./16.): Bremsen. Fernando Alonso (ESP), McLaren-Honda (64./14.): Aufgabe.

WM-Stand (9/21): 1. Hamilton 153. 2. Rosberg 142. 3. Vettel 96. 4. Räikkönen 96. 5. Ricciardo 88. 6. Verstappen 72. 7. Bottas 54. 8. Perez 39. 9. Massa 38. 10. Grosjean 28. 11. Kwjat 22. 12. Sainz 22. 13. Hülkenberg 20. 14. Alonso 18. 15. Button 13. 16. Magnussen 6. 17. Wehrlein 1. 18. Stoffel Vandoorne (BEL), McLaren-Honda, 1. - Teams: 1. Mercedes 295. 2. Ferrari 192. 3. Red Bull-Renault 168. 4. Williams-Mercedes 92. 5. Force India-Mercedes 59. 6. Toro Rosso-Ferrari 36. 7. McLaren-Honda 32. 8. Haas-Ferrari 28. 9. Renault 6. 10. Manor-Mercedes 1. 11. Sauber-Ferrari 0.

sda-ats

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