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Nach dem Nichtentscheid des IOC zum allfälligen Gesamtausschluss der russischen Olympia-Delegation muss IOC-Präsident Thomas Bach viel Kritik entgegennehmen.

Die Stimmen zeugen von Enttäuschung, Spott, Häme und Verärgerung bis hin zu Wut und Zorn. Gerade aus dem eigenen Land bekommt der 62-jährige Deutsche sehr viel Entrüstung zu spüren. Selbst einstige Weggefährten nehmen kein Blatt vor den Mund. Viele fordern Bach zum Rücktritt auf, weil das IOC dem Doping Tür und Tor geöffnet und all die sauberen Athletinnen und Athleten vor den Kopf gestossen habe.

Der deutsche Diskus-Olympiasieger Robert Harting wählte ungewöhnlich klare Worte: "Bach ist für mich Teil des Doping-Systems, nicht des Anti-Doping-Systems. Ich schäme mich für ihn. Ich habe schon oft meine Enttäuschung über Thomas Bach geäussert. Aber das ist jetzt eine neue Dimension der Enttäuschung."

Der 31-jährige Welt- und Europameister bedauert den Ausschluss der russischen Whistleblowerin Julia Stepanowa. "Das ist nicht rechtens. Sie hat so viel Schaden für die Leichtathletik-Welt abgewendet. Ihr Start wäre ein Schlag ins Gesicht von Herrn Putin gewesen. Und genau deshalb darf sie nun nicht starten."

Bach reagierte auf die heftige Kritik deutlich und nannte sie "eine nicht akzeptable Entgleisung". Es gelte zu berücksichtigen, wie viele diesen Entscheidungen zugestimmt haben. "Kontinentalverbände, Athletenkommissionen; in der IOC-Exekutive war die Entscheidung einstimmig bei einer Enthaltung", so Bach. Vorwürfe einer Befangenheit des IOC durch eine grosse Nähe zu Wladimir Putin wies er zurück.

sda-ats

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