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Vor dem Rückrunden-Auftakt der Super League scheint das Meisterrennen bereits entschieden. Hinter dem FC Basel ist es spannend. Viel Brisanz steckt im Abstiegskampf, vor dem auch GC nicht gefeit ist.

Der grosse Knall erfolgte noch vor dem ersten Anpfiff zur Rückrunde am Samstag zwischen GC und Thun (17.45 Uhr). Kim Källström, Captain, Dreh- und Angelpunkt der Grasshoppers, verliess den Klub anderthalb Jahre vor Ablauf seines Vertrages Hals über Kopf. Für GC ein ganz schwerer Verlust. Ohne den schwedischen Antreiber drohen die Zürcher in der Liga weiter abzudriften, zumal mit Marko Basic wegen eines Kreuzbandrisses auch der zweite Leistungsträger im defensiven Mittelfeld fehlt und das Klima auf Führungsebene frostig geworden ist.

Schwer vorstellbar jedenfalls, dass die durchgeschüttelten Grasshoppers mit dem aktuellen Kader die Europacup-Plätze ins Visier nehmen können. Ein Ersatz für Källström wurde bisher nicht verpflichtet; ein valabler dürfte angesichts des ungünstigen Zeitpunkts für den klammen Klub kaum mehr zu stemmen sein. Als Fünfte liegen die Hoppers trotz eklatanter Auswärtsschwäche nur einen Rang hinter dem letzten Europacup-Platz (Luzern), die Differenz beträgt aber sieben Punkte auf dem Papier und wohl einiges an Qualität im Kader.

Vielmehr muss sich der Blick der Zürcher nach hinten richten. Von dort droht Gefahr. Misslingt dem jungen Team von Pierluigi Tami der Rückrunden-Auftakt am Samstag zu Hause gegen Thun und in einer Woche auswärts in Lugano, wird der Abstiegskampf auch die Grasshoppers erfassen. Das Schlusslicht Vaduz und Thun liegen nur fünf Punkte hinter GC, das mit dem jüngsten Team der zehn Super-League-Klubs antritt (24,1 Jahre), dazwischen sind Lausanne und Lugano positioniert.

Ob Emil Bergström der GC-Abwehr die nötige Stabilität verleiht, ist offen. Der 23-jährige Schwede könnte der erhoffte Abwehrchef werden, stiess aber mit wenig Matchpraxis leihweise bis Saisonende zum Team. Für seinen Klub Rubin Kasan bestritt er seit dem letzten Sommer nur vier Spiele. Der Däne Patrick Olsen, als Ersatz für Basic vom französischen Zweitligisten Lens verpflichtet, ist gar seit Mai 2016 ohne Spielpraxis.

Hoffnungsträger Barnetta

Der FC St. Gallen, der sich von der Rückkehr von Tranquillo Barnetta und der Verpflichtung des erfahrenen Freistoss-Spezialisten Sejad Salihovic einen Schub in der Offensive und mehr Konstanz erhofft, blickt nach einer turbulenten Vorrunde auf eine ruhige Vorbereitung zurück. Rechtzeitig vor der Winterpause hatte sich das Team des zwischenzeitlich angezählten Joe Zinnbauer mit Siegen gegen Lugano, Lausanne und Sion gefangen.

Aufsteiger Lausanne-Sport, das ausgezeichnet in die Saison gestartet war, gegen Ende der ersten Meisterschafts-Hälfte aber auf dem Zahnfleisch ging und sieben seiner letzten acht Partien verlor, und Lugano bleiben die unberechenbaren Komponenten im Abstiegskampf. Die Tessiner streben den Ligaerhalt mit zwei neuen Hoffnungsträgern an. Im Sturm hoffen sie - wie Vaduz im Vorjahr - auf den Sadiku-Effekt, an der Seitenlinie wurde Paolo Tramezzani als Trainer-Nachfolger von Andrea Manzo installiert. Als eine seiner ersten Amtshandlungen lotste der ehemalige Assistenzcoach Albaniens Sadiku, seinen Schützling aus dem Nationalteam, vom FCZ zurück ins Tessin.

Prekär ist die Lage beim FC Thun, wo die Mittel für Verstärkungen fehlen und Trainer Jeff Saibene seinen Abschied im Sommer vorzeitig angekündigt hat. Dank dem öffentlichen Spendenaufruf konnte der finanzielle Kollaps vorderhand abgewendet werden, doch der Thuner Super-League-Tanz gleicht einem Drahtseilakt auf immer wackligerem Seil. Gewohnt gelassen stellen sie sich derweil im Fürstentum dem Abstiegskampf. Die Vaduzer, die sich seit ihrem zweiten Aufstieg 2014 in der höchsten Spielklasse behaupten, überwinterten als Tabellenletzte ohne Trainerdiskussion und auch ohne Neuverpflichtungen.

YB, Sion und Luzern um Platz 2

Am oberen Ende der Tabelle ist die Frage, ob der FC Basel Anfang Juni zum achten Mal in Folge den Meisterpokal in die Höhe stemmt, fast nur noch theoretischer Natur. Zwölf Punkte beträgt das Polster vor den 18 verbleibenden Partien auf die Young Boys, den ersten Verfolger. Der Ligakrösus dominiert die Liga wie 2003/04 (14 Punkte Vorsprung auf YB) und 2015/16 (10). In den folgenden Rängen scheinen die wichtigsten Positionen bezogen, wobei sich YB keine längere Schaffenspause gönnen darf, wollen sie als Zweite im Herbst um den Einzug in die Champions League spielen. Sion und Luzern lauern sechs Punkte dahinter.

Das Trio, das die internationalen Plätze hinter dem FCB belegt, hielt sich auf dem Transfermarkt weitestgehend zurück. Die Young Boys, die auf dem Papier als erster Herausforderer des FCB gelten, verdienten durch den Verkauf von Yuya Kubo zwischen 2,5 und 4 Millionen Franken, die sie nicht für Transfers verwendet haben. Auch der FC Sion hat mit den Abgängen von Ebenezer Assifuah (zu Le Havre in die Ligue 2) und Vincent Sierro (SC Freiburg) Erlöse erzielt, die er nicht 1:1 reinvestierte. Luzern nimmt den Frühling mit praktisch unverändertem Team in Angriff. Einziger Neuzugang ist der Brasilianer Lucas, der von Le Mont aus der Challenge League kam.

Im Schweizer Cup sind die vier Spitzenteams in den Viertelfinals (1./2. März) die einzigen verbliebenen Vertreter aus der Super League, wobei es in der Runde der letzten acht nicht zu einem direkten Duell kommt: Basel empfängt den Challenge-League-Leader Zürich, YB Winterthur, Sion den SC Kriens aus der Promotion League und Luzern gastiert beim FC Aarau. In den internationalen Wettbewerben ist kein Schweizer Klub mehr vertreten.

SDA-ATS