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Fans der spanischen und italienischen Fussballnationalmannschaften beim gemeinsamen Mitfiebern vor der Grossleinwand in Vevey (VD) während des Finals der Euro 2012 zwischen Italien und Spanien in der Ukraine. (Archiv)

KEYSTONE/MAXIME SCHMID

(sda-ats)

Während der Fussball-EM in Frankreich grassiert auch in der Schweiz das Fussballfieber. Die Therapie: ein gemeinsames Erlebnis vor einem Public-Viewing-Bildschirm. Es herrscht aber eine verkehrte Fussball-Welt: Meister Basel feiert bescheiden, Zürich richtet gross an.

Im Kanton Zürich wimmelt es von Möglichkeiten, sich eines der 51 EM-Spiele mit anderen Fussballfans gemeinsam anzusehen. Und die Veranstalter überbieten sich mit Superlativen, um die Fans in ihre Ecke zu locken.

In der Stadt Zürich steigt neben vielen weiteren wieder in und um die alte Härterei der Maag-Hallen eine Fussballparty. Bei freiem Eintritt können die Spiele auf mehreren Grossleinwänden verfolgt werden. Wer garantiert freie Sitzplätze für sich und bis zu 34 Freunde will, kann für 2900 Franken ein VIP-Paket buchen.

Grösste WG der Schweiz

Auch Winterthur bietet einiges. Wem der Fussball-Biergarten im Reithallen-Areal mit seinen 3000 Plätzen zu gross ist, fühlt sich vielleicht auf einem der fast 100 Sofas in der "grössten WG der Schweiz" wohl, die sich während der EM im Sulzerareal einrichtet.

Auch andere Zürcher Städte bieten Public-Viewing an, so Uster mit über 2500 Plätzen. Angesichts der kollektiven Begeisterung in Zürich für die Euro 2016 dürfte manch einer kurzzeitig den Schmerz (oder - falls GC-Fan - die Schadenfreude) vergessen, die der Abstieg des FC Zürich in die Challenge League verursacht hat.

Beizen-Tour in Basel

Wer es einige Nummern kleiner bevorzugt, sollte es in Basel versuchen. In der Stadt des Rekord-Schweizer-Meisters dürfte sich das Public Viewing auf etwas grössere Bildschirme in Gartenbeizen beschränken. Restaurants und Bars dürfen Live-Übertragungen der Spiele mit Auflagen unter freiem Himmel organisieren.

Gesuche für Public Viewing auf öffentlichem Grund seien bisher keine eingegangen, hiess es noch Anfang Woche in Basel bei der zuständigen Behörde.

Fussball-Theater in Bern

Auch Bern bietet den Fans Ungewöhnliches: Fussball im Theater. Das Stadttheater stellt seinen Theaterkubus für Public Viewing gratis zur Verfügung. Der Kubus mitten in der Altstadt ist die Ersatzspielstätte des Stadttheaters, das zurzeit renoviert wird. Dieses ist während der EM in der Sommerpause.

In Bern gibt es weitere Public-Viewing-Veranstaltungen, unter anderem einen "Summer Beach" auf der grossen Schanze. Das von privaten Anbietern organisierte Event kostet Eintritt.

Hochfliegende Pläne

Zwei Projekte scheiterten. So wollten private Initianten auf dem belebten Berner Bahnhofplatz eine Fanzone aufziehen. Ein weiteres Projekt war auf dem Rasen vor der Universität vorgesehen - in der Prüfungszeit.

Die Veranstalter hätten einige Spiele nicht zeigen dürfen, um die über Prüfungen hirnenden Studierenden nicht mit Fangesängen zu stören. Zudem ist Rasen kein geeigneter Untergrund für schwere Installationen.

Fussballdorf oder Schlosspark

In Interlaken können die Fans dafür gleich ein ganzes "Dorf" in Beschlag nehmen. Das Festdorf zur 125-Jahr-Feier Interlakens zeigt die Spiele der Schweizer Nati sowie alle Spiele ab den Viertelfinals auf Grossleinwand.

Auch Schlösser oder Seen bieten einen stilvollen Hintergrund für eine Grossleinwand. Im Kanton Bern können Fussballfans auf Schloss Köniz und im Seemätteli in Nidau am Bielersee in diesem Ambiente feiern.

Am Bodensee kann der Fan gleich beides auf einmal haben: Auf der Schlosswiese in Aarbon TG findet das grösste Public Viewing der Ostschweiz statt. Die Veranstalter erwarten bis zu 5000 Zuschauerinnen und Zuschauer pro Spiel.

Romandie sprengt Grenzen

Je näher die Schweiz Frankreich ist, desto stärker scheint gemessen an den Dimensionen der Public-Viewing-Zonen die Fussball-Fieberkurve zu steigen. Die Zonen in Genf und Lausanne am Genfersee stellen alle in der Deutschschweiz in den Schatten.

Beide Städte planen Fanzonen, die bis zu 12'000 Fussballverrückte aufnehmen können. Die Leinwand in Lausanne soll 50 Quadratmeter gross werden. Geschätzte Kosten der Veranstaltung: 500'000 Franken. Genf stellt gleich drei Grossleinwände auf.

Geld für Strassenkinder

Dagegen nimmt sich das grösste Public Viewing in Luzern bescheiden aus. Die Veranstalter denken auch an jene, denen es schlecht geht: die Strassenkinder. Der Verein "am Ball für Strassenkinder" organisiert auf einer Badewiese am Vierwaldstättersee bereits das vierte Mal einen Anlass für bis zu 800 Menschen.

Der Erlös geht an Strassenkinderprojekte. Nach der WM 2014 waren es 100'000 Franken.

sda-ats

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