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Italien darf im Nachmittagsspiel vom Freitag bereits die EM-Achtelfinals anvisieren. Gewinnen die Italiener in Toulouse gegen Schweden (Kickoff 15.00 Uhr), sind sie vorzeitig durch.

Wie schnell doch ein einziges Spiel alles verändern kann. Vor der EM war Italien so wenig Kredit wie noch selten eingeräumt worden, doch nach dem 2:0 zum Auftakt gegen Belgien tönt es aus dem Lager des vierfachen Weltmeisters schon wieder ganz anders. Der Verbandspräsident Carlo Tavecchio beschäftigte sich bereits mit dem 10. Juli: "Wir hoffen, dass wir ein schönes Endspiel in Paris gegen Frankreich geniessen können."

Claudio Ranieri, als Coach des englischen Meister Leicester City der Fachmann schlechthin für das Unerwartete, traut den Azzurri gar den Titel zu: "Ich bin überzeugt, dass Italien Ähnliches schaffen kann wie wir."

Der direkt Verantwortliche fürs Sportliche, Trainer Antonio Conte, zeigt sich da weit zurückhaltender. "Unser primäres Ziel sind erst einmal die Achtelfinals." Conte warnt nicht ohne Grund: "Die Erinnerung an die WM 2014 ist noch frisch. Damals haben wir auch das erste Spiel gewonnen und sind dann ausgeschieden." Vor zwei Jahren wähnte sich Italien nach einem 2:1 gegen England tatsächlich auf gutem Weg. Doch es folgten die 0:1-Niederlagen gegen Costa Rica und Uruguay, wonach die frühzeitige Heimreise anstand.

Vorerst aber ist der Optimismus zurück. Die Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" sah die Welt wieder rosafarben. Leonardo Bonucci, der am Montag gegen Belgien mit seinem magistralen Steilpass auf Emanuele Giaccherini das 1:0 eingeleitet hatte, bezeichnete sie als besten Verteidiger, den man bislang an dieser EM gesehen habe.

Sowieso ist man in Italien der Meinung, dass die erprobte Abwehr von Juventus Turin, zu der neben dem 29-jährigen Bonucci auch Torhüter Gianluigi Buffon (38), Giorgio Chiellini (31) und Andrea Barzagli (35) zählen, auch dem schwedischen Superstar Zlatan Ibrahimovic den Zahn ziehen wird. "Die Super-Abwehr ist bereit für den Riesen Zlatan", erklärte der "Corriere dello Sport".

"Ibra", aus seiner Zeit bei Juve, Inter und Milan mit dem italienischen Fussball bestens vertraut, hat einiges gutzumachen, ansonsten seine Tour de France ein vorzeitiges Ende nimmt. Er war bei seinem ersten Auftritt an dieser EM, beim 1:1 gegen Irland, fast alles schuldig geblieben. Die Fans durften als Erinnerung eine Duftprobe seines Parfüms "Zlatan", die auf dem Weg zum Stadion verteilt worden war, nach Hause tragen. Es blieb an diesem Tag die einzig besondere Note, die der 34-Jährige verströmte.

sda-ats

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