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Im Iran haben die Feiern zum 38. Jahrestag der islamischen Revolution begonnen. Im Bild ist eine Frau in Teheran zu sehen, die ein Plakat trägt, welches die Politik von US-Präsident Trump kritisiert.

KEYSTONE/EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

(sda-ats)

Irans Präsident Hassan Ruhani hat die neue US-Regierung vor Drohungen gegen sein Land gewarnt. Wer eine "drohende Ausdrucksweise" gegen den Iran verwende, werde das bereuen.

Dies sagte Ruhani am Freitag bei den Feierlichkeiten zum 38. Jahrestag der Islamischen Revolution vor hunderttausenden Anhängern in Teheran. Die grosse Teilnehmerzahl sei eine Antwort auf "falsche Bemerkungen der neuen Herrscher im Weissen Haus" kritisierte er die US-Iran-Politik. "Wir wollen keine Spannungen, sind keine Bedrohung, werden aber Drohungen und Respektlosigkeit nicht dulden", sagte Ruhani weiter.

An den Feierlichkeiten nahmen landesweit Millionen Menschen teil, allein auf dem riesigen Asadi-Platz im Teheraner Stadtzentrum versammelten sich hunderttausende Iraner.

Wie üblich bei offiziellen Kundgebungen hatten viele Demonstranten Plakate mit der Aufschrift "Tod für Amerika" dabei. Sie hielten zudem Fotos von US-Präsident Donald Trump hoch und trampelten auf US-Flaggen herum.

Spannungen nehmen zu

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben seit Trumps Amtsantritt im Januar deutlich zugenommen. Der Iran hatte kürzlich eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet und damit scharfe Kritik des neuen US-Präsidenten auf sich gezogen. Trump lehnt auch das Atomabkommen mit dem Iran ab.

Auf grosses Unverständnis in Teheran war Trumps Dekret zu einem Einreisestopp für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten - unter ihnen der Iran - gestossen.

Zahlreiche Iraner forderten allerdings über soziale Netzwerke, dass keine US-Flaggen verbrannt werden sollten. Ihrer Ansicht nach haben viele Amerikaner gemeinsam dafür gesorgt, dass der von Trump verordnete Einreisestopp für Iraner ausgesetzt wurde. Aus Dankbarkeit sollten die iranischen Proteste daher nur gegen die Regierung in Washington, nicht aber gegen das amerikanische Volk gerichtet sein.

USA zeige wahres Gesicht

Am Dienstag hatte bereits das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, Trumps Politik kritisiert. Trump zeige das "wahre Gesicht" der USA, das geprägt sei von "politischer, wirtschaftlicher, moralischer und sozialer Korruption" und vom Iran bereits seit 30 Jahren angeprangert werde.

Der Jahrestag markiert im Iran den endgültigen Sieg über das mit den USA verbündete Schah-Regime. Damals im Jahr 1979 hatten die königstreuen Streitkräfte nach mehreren Tagen blutiger Kämpfe mit Milizen der Schah-Gegner in Teheran offiziell kapituliert.

Schah Mohammed Resa hatte angesichts der monatelangen Protestbewegung bereits im Januar das Land verlassen, woraufhin Anfang Februar Ayatollah Ruhollah Khomeini im Triumph aus seinem Pariser Exil zurückkehrte.

SDA-ATS