Irlands Premier: Es wird "keine harte Grenze" zu Nordirland geben


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Der irische Regierungschef Enda Kenny (links) mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel.

KEYSTONE/AP

(sda-ats)

Nach dem Brexit wird es laut dem irischen Regierungschef Enda Kenny "keine harte Grenze" zwischen Irland und dem zu Grossbritannien gehörenden Nordirland geben. Dublin und London hätten vereinbart, dass es kein Zurück zu Zollkontrollen und Grenzposten geben werde.

Allerdings müsse Grossbritannien seine künftigen Beziehungen zur EU klären, insbesondere zur Zollunion, der London nicht mehr angehören werde, sagte Kenny am Donnerstag in Brüssel. Er erwarte, dass die britische Premierministerin Theresa May sich beim Aktivieren der EU-Austrittsverhandlungen nach Artikel 50 des EU-Vertrags näher dazu äussern werde.

Kenny und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker unterstrichen für die Post-Brexit-Zukunft die Wichtigkeit des Karfreitagsabkommens, mit dem der Friedensprozess in Nordirland eingeleitet wurde. Kenny sagte, die "Sprachregelung" des Karfreitagsabkommen müsse sich auch in der Austrittsvereinbarung mit Grossbritannien wiederfinden. Er warnte vor einen Rückfall in "sektiererische Gewalt", wenn dies nicht geschehe

Kenny äusserte zudem die Befürchtung, dass der Brexit die Handelsbeziehungen Irlands belasten könnte. "Wir haben Sorge über die Folgen des Brexit" , sagte er. So habe Irland etwa enge Handelsbeziehungen mit Belgien, dessen Premierminister Charles Michel Kenny neben mehreren EU-Kommissaren und Juncker bei seinem Besuch in Brüssel traf.

Ein weiterer Gesprächspunkt der Beratungen von Kenny mit Juncker war die Diskussion über die "Zukunft der EU". Die EU will bei einem Gipfel zum 60-jährigen Bestehen der Gemeinschaft am 25. März in Rom eine Perspektive für ihre Zukunft aufzeigen. Ebenfalls im März will Grossbritannien das EU-Austrittsverfahren starten.

SDA-ATS

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