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Polizisten bei Würzburg, wo ein junger Mann aus Afghanistan mit einer Axt fünf Menschen schwer verletzte: Der Teenager soll nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" von Hintermännern aus Saudi-Arabien instruiert worden sein. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/MICHAEL PROBST

(sda-ats)

Die Regierung Saudi-Arabiens hat nach einem Medienbericht eine breite Zusammenarbeit mit Deutschland bei den Ermittlungen nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach angekündigt. Laut dem "Spiegel" hatten beide Attentäter Kontakt mit saudiarabischen IS-Hintermännern.

Ein ranghoher Regierungsmitarbeiter in Riad sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", die Deutschen sollten bei der Suche nach möglichen Hintermännern der Anschläge unterstützt werden. Demnach sind die saudiarabischen Behörden bereits in Kontakt mit ihren deutschen Kollegen.

Nach "Spiegel"-Informationen hatten sowohl der Attentäter, der in Ansbach eine selbstgebaute Bombe zündete, als auch ein junger Flüchtling, der in einem Regionalzug bei Würzburg mit einer Axt auf Mitreisende einschlug, bis kurz vor den Taten über einen Chat engen Kontakt zu möglichen Hintermännern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Saudi-Arabien.

Instruiert, nicht nur inspiriert

Wegen der Chat-Spuren, welche die Ermittler mittlerweile rekonstruieren konnten, vermuten die deutschen Behörden dem Bericht zufolge, dass die beiden Männer von den Unbekannten nicht nur inspiriert, sondern regelrecht bis zu den Taten instruiert worden waren.

In den Chats hatte ein IS-Kontaktmann laut dem "Spiegel" dem vermutlich aus Afghanistan stammenden 17-jährigen Attentäter von Würzburg vorgeschlagen, mit einem Auto in eine Menschenmenge zu fahren. Dieser habe das mit der Begründung abgelehnt, dass er keinen Führerschein besitze. Stattdessen hatte der Flüchtling am 18. Juli bei Würzburg fünf Menschen mit einer Axt schwer verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Versehentlich gesprengt

Bei dem aus Syrien stammenden Attentäter von Ansbach gehen die Behörden dem Bericht zufolge davon aus, dass sein Tod am 24. Juli ein Unfall war. Er habe vermutlich den Rucksack, den er mit selbst hergestelltem Sprengstoff gefüllt hatte, in einer Menschenansammlung des Festivals abstellen und aus der Ferne zünden sollen.

Kurz vor dem Anschlag habe sein Chatkontakt ihn aufgefordert, die Detonation und das anschliessende Inferno zu filmen und dem IS zu schicken, hiess es. Doch der Sprengsatz explodierte offenbar vorzeitig, tötete ihn und verletzte 15 Menschen. In beiden Fällen ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen eines Terrorverdachts.

sda-ats

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