Alle News in Kürze

Schildkrötenvater Jumbo mit seinem hungrigen Nachwuchs.

Zoo Zürich, Samuel Furrer

(sda-ats)

Die 80-jährige Galapagos-Riesenschildkröte Nigrita, die seit 1946 im Zürcher Zoo lebt, ist wieder Mutter geworden. Aus den im vergangenen Herbst gelegten Eiern sind im Februar und April dieses Jahres insgesamt neun Jungtiere geschlüpft.

Während die jungen Schildkröten mit einem Gewicht von etwa 120 bis 140 Gramm ins Leben starten, bringt ihre Mutter rund 100 Kilogramm auf die Waage, wie der Zoo in einer Mitteilung vom Montag schreibt. Vater Jumbo ist 54 Jahre alt und wiegt gut 200 Kilogramm.

Neben den Eltern leben aktuell 19 Jungtiere im Alter von wenigen Tagen bis acht Jahren im Zoo Zürich. Sie sind im Schildkrötenhaus untergebracht - einige von ihnen in einer Hintergrundanlage. Der Zoo hat die Tiere in Altersgruppen aufgeteilt, "um Beissereien und 'Zusammenstösse' ungleichgrosser Tiere zu verhindern", wie es in der Mitteilung heisst.

Schildkröten-Fortpflanzung in Europa nur in Zürich

Der Zoo Zürich sei bisher die einzige Institution in Europa, die Schildkröten zur Fortpflanzung bringen konnte. Die ersten beiden Jungtiere der Schildkrötenmutter Nigrita schlüpften 1989.

Über 300 fast Tennisball grosse Eier hat Nigrita bisher abgelegt. Die sorgfältig vergrabenen Eier werden jeweils vom Zoo ausgegraben und zur besseren Kontrolle der Temperatur in einen Inkubator gelegt. Dort schlüpfen die Jungtiere nach einer Brutdauer von etwa 106 bis 121 Tagen.

Mit dem jüngsten Zuwachs sind es 91 Galapagos-Riesenschildkröten, die bisher im Zürcher Zoo geschlüpft sind. Jungtiere wurden europaweit an 15 Institutionen abgegeben.

Rigorose Schutzmassnahmen auf Galapagos-Inseln

Die Bestände der Riesenschildkröten wurden auf der Galapagos-Inselgruppe vor der Küste Ecuadors durch Seefahrer stark dezimiert, einzelne Formen gar ausgerottet. Die von den Seefahrern auf den Inseln ausgesetzten Ziegen und andere Haustiere zerstörten die Lebensgrundlagen der Schildkröten stark. Die Schildkröten dienten an Bord der Schiffe auch als Proviant, quasi als "lebende Konserven".

Mit grossem Aufwand und rigorosen Schutzmassnahmen werde daran gearbeitet, den Schildkröten ihren ursprünglichen Lebensraum wieder zurückzugeben, heisst es in der Mitteilung. Diese Schutzmassnahmen würden unterstützt vom Verein Freunde der Galapagos Inseln Schweiz, der seinen Sitz im Zoo Zürich hat.

sda-ats

 Alle News in Kürze