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Humberto de la Calle (rechts), Chefunterhändler der kolumbianischen Regierung, schüttelt die Hand von Ivan Marquez, Chefunterhändler der FARC-Rebellen in Kuba. Die Beiden Parteien einigten sich darauf, dass Kindersoldaten der FARC zu ihren Familien zurückkehren sollen.

KEYSTONE/AP Cubadebate/ISMAEL FRANCISCO

(sda-ats)

Kinder im Dienste der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC sollen die Rebellencamps verlassen. Darauf einigten sich die Unterhändler der Regierung und der FARC bei den Friedensgesprächen am Sonntag in Havanna.

Die Kinder sollen eine Ausbildung erhalten und mit ihren Familien wiedervereint werden, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung. Um wieviele Kinder genau es sich handelt, ist nicht bekannt. Im Februar hatte die FARC angekündigt, keine unter 18-Jährigen mehr zu rekrutieren.

Präsident Juan Manuel Santos begrüsste die Vereinbarung vom Wochenende. "Wir haben ein historisches Abkommen erzielt, um die Kinder aus dem Krieg zu holen", schrieb er auf Twitter. Wenn möglich, sollten die Betroffenen wieder zu ihren Familien zurückkehren.

FARC-Mitglieder unter 14 Jahren bleiben demnach vollkommen straffrei. Guerilleros zwischen 14 und 18 Jahren sollen beispielsweise vom Vorwurf der Rebellion freigesprochen werden.

FARC-Chefunterhändler Ivan Marquez kündigte "Sozial- und Bildungsprogramme" für die Betroffenen an, "damit sich die soziale Ausgrenzung, die sie in unsere Lager gebracht hat, nicht wiederholt".

Regierung und FARC verhandeln bereits seit Ende 2012 in der kubanischen Hauptstadt über die Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts. Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss, es hakt aber noch an einigen Details.

Kolumbiens Innenminister Juan Fernando Cristo hatte vor einigen Tagen gesagt, bis spätestens September solle ein Referendum über das anvisierte Friedensabkommen abgehalten werden. Das bisherige Zieldatum für ein Abkommen Ende März war ohne endgültige Einigung verstrichen.

Die FARC-Rebellen kämpfen seit einem halben Jahrhundert gegen den kolumbianischen Staat und Grossgrundbesitzer. In dem blutigen Konflikt zwischen FARC, Paramilitärs und der Armee wurden mehr als 260'000 Menschen getötet und 6,6 Millionen weitere vertrieben.

sda-ats

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