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"Comandante" Fidel Castro: Als Anführer einer Guerillatruppe stürzte er Diktator Batista und baute anschliessend Kuba in einen sozialistischen Staat um. Mittlerweile lebt der 90-Jährige zurückgezogen.

KEYSTONE/AP

(sda-ats)

Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat seinen 90. Geburtstag gefeiert. "Ich bin dankbar für all die Zeichen des Respekts, die Grüsse und Geschenke, die ich in diesen Tag erhalten habe", schrieb er am Samstag in der Parteizeitung "Granma".

Dies gebe ihm die Kraft, mit Ideen zu antworten, die er an die Mitglieder seiner Partei und nahe stehenden Organisationen übermitteln werde, hiess es weiter.

Zu den Gratulanten zählt auch Wladimir Putin: Der russische Präsident beglückwünschte seinen "lieben Freund" zum 90. Geburtstag. "Du geniesst tiefen Respekt in Russland als herausragender Staatsmann, der sein ganzes Leben in den Dienst des kubanischen Volkes gestellt hat", erklärte Putin in einem auf der Website des Kreml veröffentlichten Glückwunschtelegramm.

Castros "persönlicher Beitrag zur Entwicklung der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern" könne "kaum überschätzt" werden, schrieb Putin. Er wünsche Castro "gute Gesundheit, ein langes Leben, Vitalität und Wohlstand". Putin hatte den alten Revolutionsführer zuletzt 2014 bei einem Besuch in Kuba getroffen.

Rekord-Zigarre als Geburtstagsgeschenk

Anlässlich des Geburtstags rollte ein kubanischer Tabakhändler eine 90 Meter lange Zigarre - und stellte damit zugleich einen neuen Weltrekord auf. "Sie ist 90 Meter lang, um die 90 Jahre unseres Comandante zu feiern", sagte José Castelar in Havanna nach getaner Arbeit.

"Er hat seit Jahren nicht geraucht, aber das Geschenk, das wir ihm geben, ist die harte Arbeit, die wir getan haben, um seinen Geburtstag zu feiern", sagte Castelar. Mit der 90 Meter langen Zigarre wollte er die Bestleistung im Guinness-Buch der Rekorde zum sechsten Mal übertreffen.

Castelar und seine Mitarbeiter arbeiteten an der Mega-Zigarre, die nicht dicker ist als eine normale Zigarre, zehn Tage je zwölf Stunden lang. Dennoch gab sich Castelar mit Blick auf Fidel Castro bescheiden: "Ich denke nicht, dass er mich kennt."

Vom Guerillero zum Staatschef

Castro war offiziellen Angaben zufolge am 13. August 1926 in dem Ort Birán im Osten Kubas als unehelicher Sohn eines spanischstämmigen Grossgrundbesitzers und dessen Hausangestellter zur Welt gekommen. Mit einer Guerillatruppe stürzte er den Diktator Fulgencio Batista und stand dann jahrzehntelang an der Spitze der sozialistischen Regierung.

In dieser Zeit bot Castro den USA die Stirn und machte sein Land zu einem engen Verbündeten der Sowjetunion. Nach deren Zerfall verlor Havanna einen zentralen Geldgeber, was den kommunistischen Inselstaat in eine tiefe wirtschaftliche Krise stürzte. Ab dem Jahr 2005 näherten sich beide Länder wieder stärker einander an.

Nach einer komplizierten Operation 2006 zog Fidel Castro sich aus der Politik zurück und übergab die Macht an seinen Bruder Raúl Castro.

sda-ats

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