Mit scharfen Worten hat Marine Le Pen, Parteichefin der Front National (FN), die beherrschende Rolle der Bundesrepublik in Europa kritisiert. "Alles in allem ist es das deutsche Europa, das man uns heute auffordert zu feiern".

Die Sichtweise eines Landes werde Europa in allen Bereichen aufgezwungen, von der EU-Osterweiterung über den Euro bis zum Fiskalpakt, schrieb sie am Dienstag in einer Mitteilung zum 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags.

"Das Problem ist nicht Deutschland, das mit Recht seine nationalen Interessen verteidigt, sondern die französischen Eliten, die darauf verzichten, ihr eigenes Land zu verteidigen", schimpfte die Chefin der französischen Rechtsextremen. Das Ergebnis sei eine "systematische Unterwerfung Frankreichs unter Deutschland".

Den Elysée-Vertrag bezeichnete die FN-Chefin als "grossen Vertrag", der eine "fruchtbare Zusammenarbeit" zwischen Deutschland und Frankreich ermöglicht habe.

Allerdings zeige die Reise französischer Regierungs-, Parlaments- und Oppositionsvertreter nach Berlin weniger den Willen zu feiern, sondern vielmehr "die Unterwerfung unter ein deutsches föderales Europa".

"Gegen europäischen Föderalismus"

An der gemeinsamen Sitzung des deutschen Bundestages und französischer Nationalversammlung sollte am Nachmittag auch Le Pens Nichte Marion Maréchal-Le Pen teilnehmen, die im vergangenen Jahr als FN-Abgeordnete in die Nationalversammlung gewählt wurde.

Kurz vor der Sitzung twitterte die Parlamentarierin: "Wir werden die Vertreter derer sein, die sich gegen den Zwangsmarsch des deutsch-französischen Paares Richtung europäischem Föderalismus wenden."

Neuer Inhalt

Horizontal Line


Externer Inhalt

Warum fehlt die weibliche Kunst in den Schweizer Museen?

SWI plus Banner

  • Relevante Meldungen kompakt aufbereitet
  • Fragen und Antworten für die Fünfte Schweiz
  • Diskutieren, mitreden und vernetzen

Mit einem Klick ein Plus für Sie!


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.