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Ein Häftling im Gefängnis Nisia Floresta bei Natal mit einem improvisierten Messer: Soldaten sollen dabei helfen, die blutigen Meutereien in brasilianischen Gefängnissen zu beenden. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA EFE/NEY DOUGLAS

(sda-ats)

Die brasilianische Regierung will mit Militäreinheiten die Meutereien in mehreren Gefängnissen stoppen. Wie die Regierung nach mehreren Krisensitzungen mitteilte, sollen die Soldaten helfen, verbotene Waffen und andere Gegenstände sicherzustellen.

Zudem soll den Bundesstaaten eine Summe von 295 Millionen Reais (rund 92 Mio. Franken) zur Verfügung gestellt werden, unter anderem um mehr Störsender gegen die Mobilfunkkommunikation in den Gefängnissen einzusetzen. Es sollen auch mehr Körperscanner und Detektoren angeschafft werden. Darüber hinaus soll die massive Überbelegung durch mehr Haftplätze entschärft werden.

Staatspräsident Michel Temer hatte nach den jüngsten Unruhen, seit Jahresbeginn gab es über 120 Tote, Dringlichkeitssitzungen mit den Sicherheitsbehörden und Vertretern der Bundesstaaten einberufen. Hintergrund sind vor allem Konflikte zwischen rivalisierenden Banden.

In den Gefängnissen toben Stellvertreterkriege zwischen einsitzenden Mitgliedern von Banden, die um die Kontrolle des Drogenhandels kämpfen. Hinzu kommen die Überfüllung und mangelhafter Schutz durch die Sicherheitsbehörden.

Nach Angaben des Justizministeriums sitzen 622'000 Häftlinge in Gefängnissen mit einer Gesamtkapazität von nur 372'000 Plätzen ein. Nach den USA, China und Russland ist Brasilien derzeit das Land mit der höchsten Zahl an Gefangenen weltweit.

SDA-ATS